"Medwedew-Girls": Wahlkampf im Bikini

Mit einem Striptease wollen junge Russinnen auf den Straßen Moskaus angeblich Werbung für ein neues Gesetz machen.

Wahlkampf auf russisch? Mit viel nackter Haut werben Unterstützerinnen von Russlands Präsident Dmitri Medwedew für ein neues "Biergesetz" des Präsidenten. Unter dem Motto "Wähle: Bier oder wir" zogen sich die sogenannten "Medwedew-Girls" im Zentrum Moskaus bis auf ihren Bikini aus. Biertrinker hatten für die Vorstellung zuvor den Inhalt ihrer Flaschen und Dosen weggeschüttet. Der Staatschef hatte kürzlich verfügt, dass von 2012 an Biertrinken auf öffentlichen Plätzen und von 2013 an der Verkauf von Bier an Kiosken verboten ist. Hunderttausende sterben jedes Jahr in Russland den Folgen von Alkoholismus. Die  "Medwedew-Girls" haben sich angeblich in einem sozialen Netzwerk im Internet gegründet. Wer hinter den schönen Russinnen steckt, ist nicht bekannt. Laut einem Mitglied ist es eine private Initiative. Beobachter glauben jedoch, dass die Aktionen mit dem Segen des Kreml oder des Regierungssitzes über die Bühne gehen. Unübersehbar hat damit die heiße Phase des Superwahljahres in Russland begonnen.
Die "Medwedew-Girls" sind eine Gegenbewegung zur "Putin-Armee" - junge Frauen, die Regierungschef Wladimir Putin unterstützen. Die Gruppe hatte in einem Internetvideo versprochen, alles für den Ex-Präsidenten zu tun. Im März 2012 findet die nächste Präsidentenwahl statt und Medwedew und Putin haben noch nicht bekanntgegeben, wer von ihnen antritt. Die Aktionen der freizügigen Anhängerinnen stoßen aber nicht bei allen auf Gegenliebe: Zu sexistisch, sagen Kritiker. Einige Politologen glauben, dass Gegner Putins oder Medwedews die hübschen Frauen angeheuert haben. "Junge Leute lassen sich mit Sex als Werbung nicht anlocken, und viele traditionelle Unterstützer werden abgeschreckt", sagt Andrej Muchin vom Zentrum für Politische Informationen in Moskau.
(apa, KURIER.at) Erstellt am
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