Madrid: Reibereien vor Papstbesuch

Papstkritiker gegen Kirchenfans: Am Weltjugendtag in Spanien kam es zu Konfrontationen. Benedikt XVI. ist bereits in Madrid.

Mit dem Papstbesuch zum Weltjugendtag in Madrid gehen auch heftigere Auseinandersetzungen einher. Die Stimmung zwischen katholischen WJT-Pilgern und den Papstgegnern könnte schlechter nicht sein. Am Mittwoch griff die Polizei beim papstkritischen Protestmarsch hart durch. Sie hatte alle Hände voll zu tun, um gewalttätige Reibereien zwischen beiden Gruppen zu unterdrücken. Als die Demonstranten mit rund 2000 Teilnehmern wie vorgesehen die Puerta del Sol erreichte, warteten bereits mehrere Hundert WJT-Teilnehmer mit Jubelschreien "Es lebe der Papst!" auf sie. Die papstkritischen Demonstranten führten hingegen Protestplakate "Für einen laizistischen Staat" mit sich. "Weniger Kruzifixe und mehr Jobs" und "Haut ab zur Messe” und "Der Papst ist ein Nazi”, schrien die Papstgegner. Die Polizei trennte beide Gruppen, elf Menschen wurden verletzt. Aufgerufen zum Protestmarsch hatten mehr als 100 atheistische, laizistische und reformorientierte christliche Gruppen, welche die hohen Belastungen der spanischen Steuerzahlen in wirtschaftlichen Krisenzeiten durch die Austragung des "privaten Religionsfestes" und des Papstbesuchs kritisierten. Die Papstgegner standen auch im Visier eines Attentäters: Wie am Mittwoch von der spanischen Polizei gemeldet wurde, plante ein Chemiestudent einen Gasanschlag auf die Demo. Der Mann habe das Attentat mit Hilfe von "Stickgasen und anderen Chemikalien" bei einer Kundgebung gegen den bevorstehenden Besuch von Papst Benedikt XVI. verüben wollen, teilten die Ermittler mit. Der 24-Jährige, der laut Medienberichten ein freiwilliger Helfer des Weltjugendtags gewesen sein soll, wurde festgenommen. Die Polizei war dem Mann auf die Spur gekommen, weil er in erzkonservativen Internetforen um Unterstützung für seine Pläne geworben hatte. Kein leichter Besuch also für Papst Benedikt XVI. Er wird vier Tage lang in Madrid bleiben. Am Flughafen Barajas wurde der Papst von König Juan Carlos und Königin Sofia empfangen. Anschließend machte er sich im Papamobil auf den Weg ins Zentrum der spanischen Hauptstadt.

Mehr zum Thema

(apa / csm) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?