Politik 24.03.2012

"Licht für die Welt": Wr. Neustadt sehend gemacht

© Bild: Martin Gnedt

2011 wurden 41.000 Menschen von der Blindheit befreit. Das entspricht der Einwohnerzahl einer ganzen Stadt.

In den ärmsten Regionen der Welt ist Erblindung nicht nur eine Katastrophe für den Betroffenen, sondern für die gesamte Großfamilie. Denn niemand hat in der Dornbuschsavanne des Südsudan, im früheren Bürgerkriegsland Mosambik, in Ruanda, Äthiopien oder Burkina Faso die Kapazität, sich um einen blinden Angehörigen zu kümmern.

Die Menschen müssen arbeiten, um irgendwie über die Runden zu kommen und ihren Kindern wenigstens ein bisschen Getreidebrei als Mahlzeit bieten zu können.

Schutz vor dem Hungertod

Wer erblindet, rutscht an den Rand der Gesellschaft – und auch an das Ende der Versorgung mit Essen. Die österreichische Hilfsorganisation " Licht für die Welt" schafft entsprechend ihren finanziellen Möglichkeiten durch Spenden in diesen Elendsgegenden Abhilfe und konnte dieser Tage eine großartige Bilanz über ihre Tätigkeit im Vorjahr legen: Mehr als 41.000 Menschen, das entspricht der Einwohnerzahl von Wiener Neustadt, wurden wieder sehend gemacht durch Operationen am Grauen Star.

Und weil "Licht für die Welt" nicht nur mit Teams von Augenärzten hilft, sondern auch bei der Rehabilitation von Menschen mit den verschiedensten Handicaps, wurden 2011 insgesamt mehr als eine Million schwerst Bedürftige erreicht. Darunter fallen auch viele, die in den extremen Dürregebieten Äthiopiens Nahrungsmittelhilfe erhielten. Kinder, die mit Klumpfüßen geboren wurden, unterernährte Babys, die die richtige Spezialnahrung erhielten, alleinerziehende Mütter am untersten Ende der Gesellschaft und Greise, die nach entsprechender Betreuung wieder auf dem Feld arbeiten können.

Gänsehaut in der Hitze

Chris Lohner, ehemalige Fernsehsprecherin und erfolgreiche Buchautorin, ist Schirmherrin von "Licht für die Welt". Seit Jahren reist sie – auf eigene Kosten – mit nach Afrika, ficht den Kampf mit morschen Betten und rostigen Wasserleitungen und anderen Mühseligkeiten auf diesen Trips.

Die Rührung, die einen überkommt, wenn sich Menschen bedanken, die im wahrsten Sinn des Wortes über Nacht wieder sehen können, macht ihr "in der größten Hitze noch immer eine Gänsehaut".

Licht für die Welt hilft in den ärmsten Ländern

Was in Österreich Routine ist, ist in vielen Regionen der Erde eine Katastrophe, womöglich ein Todesurteil: Der Graue Star, in der Fachsprache die Katarakt.

Hierorts ist die entsprechende Operation an der trüb gewordenen Linse der häufigste Eingriff überhaupt – und fast jeder kennt jemanden, der ihn schon hinter sich gebracht hat.

Im ganz jungen und bettelarmen Staat Südsudan, im ehemaligen Bürgerkriegsland Ruanda, im bitterarmen Äthiopien, im armseligen Mosambik kann man die Zahl der Augenärzte an einer Hand abzählen. Und diese wenigen Ärzte sind meist nur in der jeweiligen Hauptstadt zu finden.

"Licht für die Welt" hilft in diesen Ländern, Menschen aus der Finsternis wieder zu befreien. 30 Euro kostet eine solche Operation. Und immer wird damit nicht nur der blinden Person geholfen, sondern der ganzen Familie.

Spenden werden dringend erbeten an: PSK, Konto-Nr. 92.011.650, BLZ 60.000.

Erstellt am 24.03.2012