Politik
05.12.2011

Kosovo: 21 KFOR-Soldaten verletzt

Steine und Tränengas: Im Kosovo hat es wieder Zusammenstöße zwischen Serben und KFOR-Soldaten gegeben. Laut KFOR wurden 21 Soldaten verletzt.

An der Grenze zwischen Serbien und dem Kosovo hat es erneut Zusammenstöße zwischen NATO-geführten KFOR-Soldaten und serbischen Demonstranten gegeben. Insgesamt wurden in der Nacht auf Donnerstag 21 Soldaten der internationalen Schutztruppe bei der Räumung serbischer Barrikaden verletzt. Nach Worten des KFOR-Sprechers Uwe Nowiztki haben zwei Soldaten in der Ortschaft Dudin Krs bei Zvecan schwere Verletzungen erlitten, berichten Belgrader Medien. Nowitzki sagte auch, dass die Aktion im Einklang mit dem Auftrag der KFOR erfolgt sei, die Sicherheit und Bewegungsfreiheit in der Region zu sichern.

Disput um Straßensperre

Mehrere dutzend KFOR-Soldaten hatten gegen Mitternacht eine Straßensperre auf dem Weg zum Grenzposten Jarinje im Nordkosovo mit Stacheldraht gesichert, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Daraufhin kamen hunderte Serben und versuchten, den Draht zu entfernen, um die Barrikade unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Demonstranten warfen Steine auf die Soldaten, die wiederum Tränengas einsetzten.

Zwischenzeitlich drängten die Serben die KFOR-Soldaten hinter die Betonbarrikaden, die daraufhin mehr Tränengas einsetzten. Es waren auch Schüsse zu hören. Welche Seite sie abfeuerte, war jedoch unklar. Berichte über Verletzte gab es nicht. In der Nacht beruhigte sich die Lage, beide Seiten blieben jedoch vor Ort.

Vorwürfe gegen KFOR

Der Bürgermeister des Ortes Zvecan, Dragisa Milovic, beschuldigte unterdessen die KFOR, gegen eine Vereinbarung mit ortsansässigen Serben verstoßen zu haben. Es sei abgemacht worden, dass die KFOR keine einseitigen Aktionen unternehmen werde, so Milovic. Nach seinen Worten habe es auf serbischen Seite, soweit bekannt, keine Schwerverletzten gegeben, auch wenn mehrere Personen um ärztliche Hilfe gebeten hätten, nachdem von der KFOR Tränengas eingesetzt worden war.

Die Serben hatten Straßensperren vor den umstrittenen Grenzübergängen Jarinje und Brnjak errichtet, mit denen sie gegen kosovo-albanische Zoll- und Polizeibeamte protestieren wollten. Hintergrund des Grenzkonflikts ist ein Handelsstreit zwischen Serbien und dem von ihm nicht anerkannten Kosovo, das im Februar 2008 seine Unabhängigkeit von Belgrad erklärt hatte. Im Juli hatte das Kosovo als Reaktion auf ein Einfuhrverbot von serbischer Seite ein Importverbot gegen serbische Waren verhängt. Daraufhin entbrannte ein von Ausschreitungen begleiteter Streit mit den Serben im Nordkosovo über die Kontrolle der Grenze.

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