Kolumbien: Geiselbefrei­ung nach 14 Jahren

FARC-Rebellen haben Polizisten und Militärs freigelassen, die sich seit Ende der 1990er Jahre in deren Gefangenschaft befanden.

Nach Jahren des Wartens ein Wiedersehen: FARC-Rebellen in Kolumbien haben jetzt zehn Militärs und Polizisten freigelassen.. ... sie wurden von ihren Angehörigen bereits sehnsüchtig erwartet. Auch Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchu, die 1992 für ihren Einsatz um die Rechte der indigenen Völker ausgezeichnet wurde, hat sich für die Freilassung der Geiseln stark gemacht. Sie hat gemeinsam mit Hunderten anderen bei Massenkundgebungen dazu aufgerufen, die Gefangenen freizulassen... ... und wurde schlussendlich auch erhört. Auch die Familien der Gefangenen - hier die Angehörigen von Carlos Jose Duarte, der seit 1999 in Geiselhaft war - haben immer wieder um die Freilassung gebeten. Für diese vier hatte die Qual nun ein Ende - sie haben mehr als zehn Jahre in einem Dschungelcamp verbracht... ...begleitet von Medizinern wurden sie zu ihren Familien gebracht. Die Freude war sowohl bei Geretteten, Angehörigen als auch jenen, die an der Befreiung beteiligt waren, groß.

Ein Wiedersehen nach langen Jahren: Linke kolumbianische FARC-Rebellen haben am Montag die letzten zehn Polizisten und Militärs freigelassen, die sich seit mehr als einer Dekade in ihrer Hand befanden. Die Geiseln wurden in einem Hubschrauber der brasilianischen Streitkräfte von der Grenze der Departments Meta und Guaviare in die Ortschaft Villavicencio rund 150 Kilometer südöstlich von Bogotá geflogen, wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mitteilte, das die Freilassung überwachte.

Die sechs Polizisten und vier Unteroffiziere des Heeres waren von den "Revolutionären Streitkräften Kolumbiens" (FARC) bei verschiedenen Angriffen in den Jahren 1998 und 1999 entführt worden. Mit ihrer Freilassung der teils bis zu 14 Jahren in Gefangenschaft gehaltenen Geiseln erfüllen die Rebellen eine der Bedingungen der kolumbianischen Regierung zur Aufnahme von Friedensverhandlungen.

Keine Entführungen mehr

Präsident Juan Manuel Santos fordert zudem auch die Freilassung aller zivilen Geiseln, den Abbruch der Beziehungen zum Drogenhandel sowie die Einstellung der Angriffe auf die Zivilbevölkerung.

Die FARC-Führung hatte im vergangenen Februar mitgeteilt, Entführungen zur Erpressung von Lösegeld einzustellen. Unklar ist, wie viele Menschen sich noch in Händen der Guerilla befinden. Nach Schätzungen könnte sich um mehrere hundert Geiseln handeln.

Die vorgeblich marxistischen FARC-Rebellen finanzierten bisher ihren Kampf vor allem durch Drogenhandel und Entführungen. Ihre prominenteste Geisel war die Franko-Kolumbianerin Ingrid Betancourt. Die Ex-Präsidentschaftskandidatin war Mitte 2008 nach rund sechseinhalb Jahren Gefangenschaft freigelassen worden.

(apa / ep) Erstellt am
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