Kluft Politik-Wähler ist so groß wie nie

Helmut Brandstätter
Foto: KURIER Helmut Brandstätter

Die Leute haben im Alltag Probleme, die nie das Hohe Haus erreichen.

Die Herren Cap und Kopf, Pendl und Amon, sie saßen nur wenige Stunden belämmert in ihren Büros. Dass die Grüne Gabriela Moser mit ihrem Rücktritt geschickter war als sie alle miteinander, das konnten sie sich nicht eingestehen.

Also beutelten sich die Super-Strategen kurz ab und wussten wieder, wem sie verpflichtet waren: ihrer Partei natürlich. Sollen sich doch andere um die Wählerinnen und Wähler kümmern. Also wird der Ausschuss noch acht Tage lang fortgesetzt. Aber Akten werden blockiert und die Zeugenliste wird eingeschränkt. Die Angst vor Aufklärung muss groß sein.

"Ich will einfach nicht glauben, dass die da oben es sich wieder richten", schreibt eine Leserin verzweifelt an den KURIER. Das ist nur der eine Frust, den wir in der Redaktion im Moment hören. Noch schlimmer ist, dass die Kluft zwischen dem, worüber "die da oben" im Parlament reden und dem, was die Menschen Tag für Tag erleben und erleiden immer größer wird. Im Zuge der KURIER-Aktion "Wir verbessern Österreich" melden sich täglich Leserinnen und Leser und erzählen von Problemen ihrer Kinder in der Schule, vom Streit mit Schulbehörden, von überlaufenen Universitäten. Sie klagen über steigende Preise und die unsichere Wirtschaftslage.

Und dann drehen sie den Fernseher auf und sehen sogenannte Abgeordnete, die Schwierigkeiten haben, die deutsche Sprache zu beherrschen, sich aber umso leichter tun, die Wahrheit zu verbiegen.

Wir brauchen jetzt keine sinnlose Diskussion über Neuwahlen, sondern wir erwarten gerade jetzt von der Regierung konkrete Ideen, wie sie das Jahr bis zum Wahltermin nützen will.

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(kurier) Erstellt am
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