Kanada: Schießerei bei Partei-Siegesfeier
Es hätte eine fröhliche Siegesfeier werden sollen, doch plötzlich fielen Schüsse: Eine Parteiveranstaltung der kanadischen Separatisten in der französischsprachigen Provinz Quebec ist am Dienstag von einem schweren Zwischenfall überschattet worden. Während der Rede von Spitzenkandidatin Pauline Marois kam es zu einer Schießerei. Ein Mensch wurde getötet, ein weiterer verletzt, teilte die Polizei mit.
Der Mann, der das Feuer eröffnete, legte außerdem am Hintereingang des Gebäudes Feuer. Der etwa 50-jährige wurde später außerhalb des Tagungsortes im Zentrum von Montreal festgenommen. Dabei rief der Attentäter laut Kameraaufzeichnungen: "Die Englischsprachigen werden wach". Marois von der bisherigen oppositionellen Parti Québécois blieb unverletzt.
Regierungswechsel steht bevor
Nach ersten Hochrechnungen kam die Parti Québécois bei der Wahl am Dienstag (Ortszeit) auf 32 Prozent der Stimmen. Die Liberalen, seit neun Jahren Regierungspartei, folgten mit 31 Prozent der Stimmen. Für die Konservativen stimmten demnach 27 Prozent.
Bestätigt sich dieser Trend, der sich so nach Auszählung von 97 Prozent der Stimmen abgezeichnet hatte, hätten die Separatisten im Parlament 55 Sitze. Die Liberalen kämen auf 49 und die erst zehn Monate zuvor gegründete konservative Koalition für Quebecs Zukunft auf 19 Sitze. Die sozialdemokratisch orientierte Québec solidaire hätte mit sechs Prozent der Stimmen Chancen auf zwei Sitze. Es gab noch 15 weitere Parteien auf dem Stimmzettel, keine von ihnen hatte aber eine Chance auf den Einzug ins Parlament in
Montreal.
Seit 2003 regiert dort der Liberale Jean Charest. Doch jüngste Umfragen hatten die Partei des Premierministers nur noch an dritter Position gesehen. An erster Stelle stand zuletzt mal die Parti Québécois, die, wenn schon nicht die Abspaltung, dann doch eine größtmögliche Souveränität vom übrigen, englisch sprechenden Kanada will. Einige Umfragen hatten aber auch die konservative Coalition avenir Québec vorn gesehen, die erst im November gegründet worden war.
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