Italien: Weiterhin Chaos nach Unwettern

Sintflutartige Niederschläge ließen den Fluss Bisagno über die Ufer treten und stürzten die Hafenstadt Genua ins Chaos.

Im Piemont waren die Schulen am Dienstag wieder geöffnet, der Regen flaut ab und die Regionen Turin und Cuneo sind wieder sicher. Der Pegel des Po beginnt zu sinken. Ganz anders die Unwetterlage auf der Insel Elba und in Genua. Auch am Dienstag sorgten die Regenfälle für Chaos. Nach einem Starkregen wurde die Beerdigung der Unwetteropfer, vier Frauen und zwei Kinder, verschoben. Italienische Medien berichten, dass diese nun am Mittwoch stattfinden soll. Zahlreiche Straßen der Innenstadt standen wieder unter Wasser, nachdem ein Erdrutsch einen Nebenfluss des Bisagno, der durch die Stadt fließt, zum reißenden Gewässer gemacht hatte. Am Sonntag zuvor gingen die größten Regenmengen ... ... im Süden des Landes nieder, wo Nachmittags bereits Teile Neapels ... ... unter Wasser standen. Indes ... ... machten sich in Genua die ersten Freiwilligen ... ... an die Aufräumarbeiten, die jedoch ... ... durch weiteren Niederschlag jäh unterbrochen werden könnte. Nach den sintflutartigen Überschwemmungen, die in Genua am Freitag sechs Menschenleben gefordert haben, steht Norditalien weiterhin im Würgegriff der Unwetter. Heftige Gewitter mit Starkregen entluden sich in Ligurien und im Piemont. Feuerwehrmannschaften und Freiwillige im Einsatz, um die Straßen Genuas von Schlamm und Geröll zu befreien. Nach tagelangen Regenfällen haben sich die Straßen und Gassen der Lagunenstadt in reißende Bäche verwandelt. Der Fluss Bisagno trat über die Ufer und überschwemmte mehrere Stadtteile. Der Zivilschutz befürchtet, dass wegen der heftigen Regenfälle auch der längste Fluss Italiens, der Po, über die Ufer treten könnte. Autos wurden einfach weggespült ... Einige Bürger retteten sich vor der Flut, indem sie auf die Dächer der Häuser kletterten. Autos wurden von den Wassermassen weggerissen. Schulen und Geschäfte wurden geschlossen. Bei den schweren Unwettern sind mindestens sechs Personen, darunter drei Kinder, ums Leben gekommen. Das berichteten die Rettungsmannschaften. Mehrere Menschen sind vermisst. Die Behörden riefen die Bewohner auf, zu Hause zu bleiben und auf das Auto zu verzichten. In Ligurien mussten aus Sicherheitsgründen 1500 Personen ihre Wohnungen verlassen. Zehn Tote und Schäden in Millionenhöhe ist die Bilanz der schweren Unwetter, die Ligurien und die Toskana erst vergangene Woche heimgesucht hatten. 450 Soldaten, 200 Feuerwehrleute und tausende Freiwillige bemühten sich, die Gemeinden Vernazza und Monterosso sowie den Urlaubsort Cinqueterre vom Schlamm zu befreien. Auch in Venedig kam es zu Überschwemmungen. Dort hat man allerdings schon Routine mit den Regengüssen. Bitter: In den nächsten Tagen ist mit weiteren Niederschlägen zu rechnen. Empörte Bürger beschimpften am Samstag die Genueser Bürgermeisterin Marta Vincenzi und beschuldigten sie, keine Vorbeugemaßnahmen ergriffen zu haben, obwohl seit Tagen heftige Regenfälle angesagt waren. Der Papst sprach den Familienangehörigen der Opfer sein Beileid aus. Die Experten machen mangelnde Finanzierungen für den Katastrophenschutz für das Desaster verantwortlich. Zu lang habe sich die Politik in Italien nicht um die Umwelt und um den Kampf gegen Bausünder gekümmert. Das seien jetzt die Resultate. Weitere Eindrücke von den Überschwemmungen.
(apa, KURIER.at/KURIER / js, dk, lm, tan) Erstellt am
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