Italien: Hetze gegen Schwule und Lesben

Eine lächelnde Familie mit zwei Kindern umarmt sich vor einem unscharfen Hintergrund.
Die rechtsextreme Partei Forza Nuova verteilt Flugblätter mit eindeutig diskriminierendem Inhalt. Homosexuellenverbände sind empört.

Italien braucht Kinder, keine Homosexuellen"  - dieser Slogan auf Plakaten und Flugblättern der rechtsextremen Partei Forza Nuova sorgt derzeit für große Empörung in Italien. "Wir fühlen Ekel und Abscheu gegenüber Homosexualität. Für Homosexuelle ist Homosexualität normal, für uns ist es eine Krankheit", begründet der Regional-Koordinator des Bündnisses in den Abruzzen, Marco Forconi, die höchst fragwürdige Aktion laut der Zeitung Il Messaggero.

Die Flyer mit der diskriminierenden Botschaft waren vor einigen Tagen in Ortona verteilt worden. Die Verteilaktion war zeitlich nicht zufällig gewählt: Am selben Tag hielt die Lesben- und Schwulenorganisation Arcigay eine Versammlung in der Stadt in der Provinz Chieti ab.

In der Schwulen- und Lesbenszene hat das Flugblatt große Empörung ausgelöst, berichtet Il Messaggero. In einer gemeinsamen Erklärung zeigen sich die lokalen Organisationen "Abruzzo Social Forum", der Verband "Mafias Rita Atri"” und "PeaceLink Abruzzo" schockiert: Die Kampagne sei von homophobem Hass geprägt und erinnere an Zeiten des faschistischen Diktators Benito Mussolini. Die Verbände rufen Bürger, Politiker und Aktivisten nun dazu auf, sich mit allen Kräften gegen den Rassismus und die Homophobie dieser "neo-faschistischen Gruppierung" zu wehren. 

Kontakte zur FPÖ

Die neofaschistische Partei Forza Nuova (FN, deutsch "Neue Kraft") wurde 1997 von Roberto Fiore und Massimo Morsello in Großbritannien gegründet. Die Partei setzt sich gegen "die Globalisierung, die von den Zionisten kontrollierte Wirtschaft, Abtreibung, Migranten und gegen Homosexuelle" ein. Bei der letzten Parlamentswahl 2008 erreichte sie 0,3 Prozent der Stimmen. 2009 übernahm Fiore im Europaparlament den Abgeordnetensitz der zurückgetretenen Duce-Enkelin Alessandra Mussolini. Die Forza Nuova pflegte auch Kontakte zur FPÖ.

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