Politik 14.12.2011

Italien: Bestürzung nach Mord an Senegalesen

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Nach einer vermutlich rassistisch motivierten Bluttat kämpft Florenz gegen sein Image an.

Schande, Schande“, riefen Demonstranten der afrikanischen Gemeinde in Florenz. Am Tag nach dem Mord eines mutmaßlichen Rechtsextremisten an zwei Senegalesen herrschten Wut, Trauer, Bestürzung. Der 50-jährige Gianluca Casseri hatte am Dienstag zwei senegalesische Straßenhändler auf offener Straße erschossen. Drei weitere Afrikaner wurden schwer verletzt. Ein Betroffener wird gelähmt bleiben. Der Täter, ein Mann aus Pistoia, hatte Selbstmord verübt.

Trauertag

Bürgermeister Matteo Renzi rief einen Trauertag aus: Mittags sperrten alle Geschäfte für zehn Minuten, die Bevölkerung versammelte sich zu einer Trauerminute. Renzi wehrte sich gegen den Vorwurf, Florenz sei eine xenophobe Stadt: Es handle sich um die „Einzeltat eines verrückten, rassistischen Mörders“, die nichts mit einem organisierten Angriff zu tun habe.

Aus Rom reiste Integrationsminister Andrea Riccardi an, der die drei Schwerverletzten im Spital besuchte. Danach traf er mit der senegalesischen Gemeinde zusammen.

Erstellt am 14.12.2011