Iran und Nordkorea schließen Technologiepakt
International geächtet, ein gemeinsamer Erzfeind und der Wille, zur Atommacht aufzusteigen: Das eint Iran und
Nordkorea. Kein Wunder also, dass man nun enger zusammenarbeiten will: Am Samstag haben die beiden Länder in Teheran ein wissenschaftliches und technologisches Kooperationsabkommen unterzeichnet. Sowohl der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad als auch Nordkoreas Nummer zwei, Kim Yong-nam, seien dabei anwesend gewesen, meldet das iranische Staatsfernsehen. Weitere Einzelheiten wurden allerdings nicht genannt.
Der geistliche Führer des Irans, Ayatollah Ali Khamenei, sagte Kim, die Islamische Republik und Nordkorea hätten gemeinsame Feinde und beide sollten sich gegen Drohungen und Druck zur Wehr setzen, um ihre Ziele zu erreichen. In der Vergangenheit hatten Vertreter beider Länder erklärt, ihre Nationen säßen im Kampf gegen die Westmächte in "einem Schützengraben".
Nordkorea setzt auf "nukleare Abschreckung"
Im Vorfeld hatte Nordkorea angekündigt, seine "nukleare Abschreckung" massiv zu verstärken. "Unsere nukleare Abschreckung wird über die Vorstellungskraft der USA hinaus modernisiert und erweitert", heißt es in einem Memorandum des nordkoreanischen Außenministeriums. Nordkorea müsste demnach Atomwaffen entwickeln, um sich gegen eine nukleare Bedrohung aus den USA zu wappnen. Dem Land bleibe in der Frage keine Wahl, "bis die USA die richtige Entscheidung treffen".
Die
Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte sich am Donnerstag "ernsthaft besorgt" über Fortschritte beim Ausbau des nordkoreanischen Atomprogramms geäußert. Das Land arbeitet seit Jahrzehnten an Nuklearwaffen und hatte 2006 und 2009 Atomwaffentests vorgenommen.
Ende Februar einigte sich Pjöngjang mit den USA im Gegenzug für Nahrungsmittellieferungen auf die Aussetzung seines Atom- und Raketenprogramms. Der Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete mit einem Satelliten im April, wurde international aber als Bruch des Abkommens gewertet.
Auch der Iran steht wegen seines Atomprogramms schon lange unter Kritik. Israel und der Westen verdächtigen den Gottesstaat, heimlich an einer Atombombe zu arbeiten. In jüngster Vergangenheit sind verstärkt Sorgen laut geworden, Israel könne iranische Nuklearanlagen angreifen. Die Führung in Teheran betont dagegen stets, mit dem Programm ausschließlich friedliche Ziele zu verfolgen.
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