© Reuters/Morteza Nikoubazl

Politik
12/05/2011

Iran: Todesurteil gegen Pastor

Weil er zum Christentum konvertierte, wurde ein protestantischer Pastor im Iran zum Tode verurteilt. Jetzt wird weltweit seine Freilassung gefordert.

Der Iran sorgt wieder mit einem drakonischen Urteil für Aufregung. Es geht um einen protestantischen Pastor - der wegen "Abfalls vom Glauben" und "Gotteslästerung" zum Tod verurteilt wurde. Nun gibt es international Aufrufe, den 32-jährigen Pastor Youssef Nadarkhani "sofort und bedingungslos" freizulassen.

Am Donnerstag wurde deshalb der Geschäftsträger der iranischen Botschaft in Deutschland ins Berliner Außenamt zitiert. Laut einem Kommuniqué des Ministeriums wurde der iranische Diplomat vom Abteilungschef für den Nahen und Mittleren Osten, Boris Ruge, über die Forderung der deutschen Regierung nach "sofortiger und bedingungsloser" Freilassung des 32-Jährigen in Kenntnis gesetzt. Zuvor hatte der Menschenrechtsbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Markus Löning, bereits gemahnt, der Iran habe sich völkerrechtlich verpflichtet, religiöse Minderheiten zu achten.

Mit 19 Jahren zum Christentum konvertiert

Auch die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton hat Teheran zur Freilassung von Nadarkhani aufgerufen. Sie fordere die Islamische Republic Iran auf, die internationalen Menschenrechte und die Freiheit auf Religion und Glauben zu respektieren, heißt es in einem Statement. Weitere Länder, die sich für den verurteilten Geistlichen einsetzen, sind die USA und Polen.

Der heute 32-jährige Nadarkhani trat im Alter von 19 Jahren zum Christentum über und wurde später Pastor einer kleinen protestantischen Gemeinde. Er hielt Gottesdienste in privaten Haushalten in der Provinzstadt Rascht ab, die 140 Kilometer nordwestlich von Teheran liegt. 2009 wurde er festgenommen und im Herbst 2010 zum Tode verurteilt. Der Oberste Gerichtshof hob das Urteil jedoch im Juli auf und wies den Fall an ein Gericht in Nadarchanis Heimatstadt Rascht zurück. Sein Mandant habe seinen Glauben nicht widerrufen, sagte sein Anwalt. Er sei dennoch zuversichtlich, dass sein Mandant in der kommenden Woche auf freien Fuß kommen werde, sagte der Anwalt am Donnerstag in Teheran.

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