Inserate: Erneut Vorwürfe gegen Faymann

Laut dem Magazin profil wird neue Kritik am Kanzler laut - die Oberstaatsanwaltschaft sehe eine "taugliche Missbrauchshandlung".
Ein Mann steht vor einem roten ÖBB-Logo mit dem Slogan „Zukunft am Zug“.

Neue Vorwürfe gegen Bundeskanzler Werner Faymann (S) in der Inseratenaffäre bringt das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe aufs Tapet. Demnach soll Faymann als Verkehrsminister die Inseratenkampagne in der Kronen Zeitung entgegen seiner Angaben doch selbst beauftragt haben. Ein Vertrag und die Finanzierung sollen zudem erst Monate nach Anlaufen der Kampagne geregelt worden sein. Diese "nachträgliche Genehmigung" könne laut Oberstaatsanwaltschaft (OStA) daher als "taugliche Missbrauchshandlung" im Sinne der Untreue gesehen werden, so das Magazin.

Als Beweis zitiert profil einen veröffentlichten Kooperationsvertrag zwischen dem Verkehrsministerium (BMVIT) und den ÖBB. In diesem heiße es wörtlich: "Das BMVIT hat mit der `Kronen Zeitung` ein Leserforum eingerichtet, welches Anliegen und Beschwerden sowie Vorschläge von Kunden zum Thema ÖBB entgegennimmt." Der Vertrag sei erst im Juni 2007 geschlossen worden - zu diesem Zeitpunkt lief die Kampagne bereits ein halbes Jahr. Der Vorstand der Bundesbahnen habe die Finanzierung der Anzeigen in der Höhe von 500.000 Euro laut dem Bericht überhaupt erst im darauffolgenden September genehmigt.

Die OStA hege daher Zweifel an der Plausibilität der Abläufe, die verspätete Genehmigung sei "aus derzeit nicht nachvollziehbaren Gründen" erfolgt und könne somit als Untreue-Handlung beurteilt werden, wird eine Weisung an die ermittelnde Staatsanwaltschaft von Ende Juni 2012 zitiert. Auch der für die ÖBB geschaffene Nutzen der Inseratenkampagne sei für die Behörde "nicht erkennbar", die volle Kostenübernahme durch die Bundesbahnen wäre "keinesfalls als sachgerecht zu beurteilen".

Faymann wehrt sich

Das Bundeskanzleramt hat per Aussendung auf den profil-Bericht reagiert - man weist darauf hin, dass "die mit den angesprochenen Ermittlungen zu Werbeeinschaltungen der Unternehmen ÖBNB und Asfinag betraute Staatsanwältin das Verfahren einstellen" wollte.

Zudem wird ins Treffen geführt, dass es ein Gutachten zum Werbewert der Inserate gebe, dass nach der Verfassung des von profil zitierten Berichts erstellt worden sei - darin werde festgestellt, dass "die Marke ÖBB von der Bekanntheit des Ministers" profitiert habe. Es werde darin unterstrichen, dass "entsprechend der politischen Verantwortung sowie im Interesse der Unternehmen, die im 100-prozentigen Eigentum des Staates stehen, korrekt gehandelt worden ist."

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