Politik | Inland
19.01.2018

Wird Linz Sitz der neuen Bundeskassa?

Die Regierung will die Fusion der Krankenkasse. Betroffene bezweifeln nach wie vor die Spareffekte.

Aus neun mach’ eins: Frei nach diesem Motto haben sich ÖVP und FPÖ im Regierungsprogramm dazu verpflichtet, die Zahl der Sozialversicherungsträger zu reduzieren und aus neun idealerweise eine Gebietskrankenkasse zu machen. Wo diese neue Behörde physisch steht, darüber wird in Wien derzeit intensiv spekuliert. Denn es kursiert das hartnäckige Gerücht, die neue Bundes-Krankenkasse solle nach Linz absiedeln.

Sowohl im Hauptverband der Sozialversicherungsträger wie auch in Oberösterreich gibt man sich vorerst zurückhaltend. "Das ist noch kein Thema", heißt es im Büro von Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer. Nachsatz: Aber natürlich sei der Landeshauptmann grundsätzlich ein "großer Fan von Dezentralisierung".

Understatement? Vielleicht.

Noch spannender als der neue Standort erscheint derweil die Frage, was genau die Fusion der Kassen finanziell bringen wird.

Weniger Bürokratie bedeutet weniger Kosten, argumentieren die Regierungsparteien. Im Hauptverband wird das sanft angezweifelt – mit folgendem Argument: Schon jetzt würden sich die Gebietskrankenkassen bei den bürokratischen Abläufen vieles teilen bzw. bündeln. "Das Kinderbetreuungsgeld wird zentral für alle Kassen von der niederösterreichischen Gebietskrankenkasse erledigt, die Heilbehelfe organisiert zentral die Eisenbahner-Kasse und die EDV-Dienstleistungen werden zentral von bei der ,IT-SV’ erbracht", sagt Bernhard Achitz, stellvertretender Verbandsvorsitzender im Hauptverband zum KURIER.

Nachhaltig einsparen könnte man unter anderem dann, wenn man die Zahl der Regionalstellen der Gebietskrankenkassen in den einzelnen Bezirken reduziere. "Aber das", sagt Achitz, "kann ja niemand wollen, denn das würde jedenfalls eine Verschlechterung der Versorgung der Versicherten bedeuten."