Strache und Gudenus beim vermeintlichen Oligarchinnen-Treffen.

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Politik | Inland
05/21/2019

Wiener Manager soll an FPÖ-nahen Verein gespendet haben

Zweiter Verein in FPÖ-Umfeld bekannt: Manager erzählt von Zuwendung wenige Wochen vor Entstehung des Ibiza-Videos.

Das Profil hat am Dienstag von einem zweiten Verein im Zusammenhang mit möglichen FPÖ-Parteispenden berichtet. Ein Wiener Manager sagt in dem Bericht, mehrere Tausend Euro an den FPÖ-nahen Verein "Wirtschaft für Österreich" gespendet zu haben - auf Vermittlung von Johann Gudenus.

Geschehen sein soll das im Frühsommer 2017, also wenige Wochen, bevor Gudenus und Heinz-Christian Strache bei dem Treffen mit der vermeintlichen russischen Oligarchin gefilmt wurden. Der Manager sagt, Gudenus habe ihn 2017 auf den Verein hingewiesen. "Im Sommer 2017 erhielt ich ein Schreiben von Markus Tschank (FPÖ-Abgeordneter, Anmerkung), den ich persönlich nicht kannte. Ich habe mehrere tausend Euro gespendet, es wurde allerdings nie nach einem konkreten Betrag gefragt."

Eine Gegenleistung sei ihm dafür nicht angeboten worden: "Dafür war der Betrag, den ich gespendet habe, wohl auch zu gering." Generell bittet der Verein um Spenden für die Durchführung von Veranstaltungen zur Förderung des Wirtschaftsstandorts.

"Austria in Motion"

Am Wochenende wurde bereits der Verein "Austria in Motion" im Zusammenhang mit möglichen FPÖ-Parteispenden genannt. Vereinsobmann Markus Braun dementierte jedoch, dass Einnahmen an die FPÖ weitergeleitet worden seien. Im Zusammenhang mit beiden Vereinen genannt wird der FPÖ-Nationalratsabgeordnete und Rechtsanwalt Tschank, der mittlerweile designierter FPÖ-Finanzreferent ist. Von 2015 bis Ende August 2017 war Tschank Vereinskassier bei "Austria in Motion".

Tschank dementierte, dass unter seiner Verantwortung Spenden an Parteien stattgefunden hätten: "Ich nehme im Verein 'Wirtschaft für Österreich' seit Sommer 2017 keinerlei Organfunktionen mehr wahr. In meiner Verantwortung als damaliges Vereinsorgan haben weder direkt noch indirekt Zahlungsflüsse (Spenden oder sonstige Zuwendungen) an Parteien oder parteinahe Organisationen stattgefunden. Dies wäre auch mit den Satzungen des Vereines vollkommen unvereinbar", erklärte er im Profil.

Burschenschafter als Obmann

Derzeit wird der 2015 gegründete Verein "Wirtschaft für Österreich" von Obmann Peter Skolek, der 2017 bis 2018 Schriftführer der schlagenden Verbindung Vandalia war, und Kassier Alexander Landbauer - Bruder des FPÖ-NÖ-Parteichefs - repräsentiert. Beide scheinen auch als Kassiere des Vereins "Austria in Motion" auf.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft hat mittlerweile die Auslieferung von Tschank beantragt, berichtete die ZiB2.