Politik | Inland
10.12.2017

Wien: Universitätskonferenz wählt neue Führung

Oliver Vitouch stellt sich nicht mehr der Wiederwahl.

Die Universitätenkonferenz (uniko) wählt nach dem Ende der Amtszeit von Oliver Vitouch am Montag (11. Dezember) eine neue Führung. Der Rektor der Universität Klagenfurt stellt sich nicht mehr der Wiederwahl - allzu groß ist das Gerangel um seine Nachfolge im Vorfeld nicht.

Der uniko-Präsident muss die oft widerstrebenden Anliegen der Unis austarieren und diese dann gegenüber dem Wissenschaftsministerium bzw. in der Öffentlichkeit vertreten. Dabei kommt ihm keine Weisungsfunktion zu, er ist lediglich "primus inter pares".

In den vergangenen beiden Jahren gaben sich die Vorsitzenden die Klinke in die Hand: Den ständigen Kampf um eine angemessenes Finanzierung sowie die mangelnde Einigkeit der Rektoren führte der vor zwei Jahren als uniko-Chef ausgeschiedene Rektor der Uni Salzburg, Heinrich Schmidinger, als Gründe für seinen Rückzug an. Seine Nachfolgerin Sonja Hammerschmid verabschiedete sich nach wenigen Monaten als Bildungsministerin in die Regierung, den Rest ihrer Amtszeit übernahm Vitouch - dem Vater zweier Schulkinder machte wiederum das Pendeln zwischen Wien und Klagenfurt zu schaffen.

Engl will nicht antreten

Lange vorbei sind die Zeiten, als für die Wahl zum uniko-Chef noch bestimmte Traditionen galten: So war stets der Rektor der Uni Wien als größter Hochschule des Landes Favorit für die Funktion. Amtsinhaber Heinz Engl hat aber in den vergangenen Jahren stets abgewunken und will auch diesmal nicht antreten. Mit der Wahl Hammerschmids gab es weitere Novitäten: Hammerschmid war die erste Frau an der uniko-Spitze und verfügte über keine Professur.

Diesmal könnte eine weitere Premiere ins Haus stehen: Bisher kam der Präsident stets von einer der 15 wissenschaftlichen Unis - diesmal könnte eine Kunstuni zum Zug kommen. Dem Vernehmen nach hat bisher nur die Rektorin der Akademie der bildenden Künste, Eva Blimlinger, intern ihre Bereitschaft zur Übernahme der Funktion deponiert. In der uniko bestätigt man das nicht - sehr wohl aber, dass es vorerst nur eine Kandidatur gibt.

Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig

Das muss allerdings nicht viel bedeuten: Im Prinzip muss ein Antreten erst vor dem Wahlgang verkündet werden. Für die Wahl ist dann eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig. Sollten doch mehrere Kandidaten zur Wahl antreten und niemand dieses Quorum erreichen, wird über den stimmenstärksten Bewerber erneut abgestimmt. So soll sichergestellt werden, dass eine breite Mehrheit hinter diesem steht.

Derzeit besteht das uniko-Präsidium neben Vitouch als Vorsitzendem aus der Rektorin der Wirtschaftsuniversität (WU) Edeltraud Hanappi-Egger (Stellvertreterin), Blimlinger, Engl, Uni-Innsbruck-Rektor Tilmann Märk sowie Markus Müller (Medizin-Uni Wien), Christa Neuper (Uni Graz) und Sabine Seidler (Technische Universität Wien).