Politik | Inland
26.03.2018

Wallner will Aus für Regress für 24-Stunden-Pflege

Vorarlbergs Landeshauptmann will die Schlechterstellung gegenüber stationärer Pflege beseitigen und den Drang in Heime bremsen.

Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) beabsichtigt noch in diesem Jahr die Abschaffung des Vermögensregresses in Vorarlberg auch bei der 24-Stunden-Pflege. Damit will man die derzeit bestehende Schlechterstellung der 24-Stunden-Betreuung gegenüber der Pflege im Heim beseitigen. Der verstärkte Drang in die Pflegeheime soll so gebremst werden. Ebenso soll der Regress für Menschen mit Behinderung beseitigt werden.

Der Landeshauptmann sieht es als unlogisch an, dass die teurere Variante der Betreuung - die Heimpflege - durch die bundesweite Abschaffung des Pflegeregresses plötzlich billiger werde als die Pflege zu Hause. Es brauche daher ein Paket für das ambulante Angebot, betonte Wallner in den Vorarlberger Nachrichten. Es gebe zum Beispiel die Möglichkeit, den 24-Stunden-Pflegezuschuss des Bundes in Höhe von 550 Euro pro Monat zu erhöhen. Es gebe viele Wege, die Pflege zu Hause zu stärken und damit gleichzeitig die Folgekosten der Regressabschaffung für Pflegeheime abzufedern, sagte Wallner.

Wallner sieht Bund in der Pflicht

Zur Frage, wer die Kosten übernimmt, bekräftigte Wallner, dass der Bund diese zu übernehmen habe. Darüber hinaus hoffte er auf ein baldiges Ende der Debatte. "Es ist unwürdig, wenn über pflegebedürftige Menschen monatelang so gesprochen wird, als wären sie ein Kostenproblem der Republik."

Bisher müssen Betroffene in Österreich, wenn ihr Einkommen (Pension, Pflegegeld) nicht zur Abdeckung der Kosten für die 24-Stunden-Betreuung reicht, das Vermögen aufbrauchen, ehe von staatlicher Seite weitere finanzielle Hilfe gewährt wird. Personen, die in Heimen gepflegt werden, haben ihre Ersparnisse hingegen auf der sicheren Seite.