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© APA/HELMUT FOHRINGER

Durchgesickert
02/07/2014

Vorarlberg: Gemeinsame Schule hoch im Kurs

Die Ergebnisse einer Umfrage sind durchgesickert. Ein Moderator hat sich verplappert.

In Vorarlberg wurden im November rund 23.000 Lehrer, Eltern und Schüler zum Thema Schule und die Erwartungen und Wünsche, die damit verknüpft sind, befragt. Es geht um die bildungspolitische Ausrichtung des Bundeslandes. Die Ergebnisse sind nun durchgesickert.

Ein "Sager" des Moderators Axel Burow bei einer Veranstaltung im Rahmen des Vorarlberger Projekts "Schule der Zehn-bis 14-Jährigen" hat diesbezüglich für Aufregung gesorgt. Burow, Professor für Allgemeine Pädagogik an der Universität Kassel, moderierte am 4. und 5. Februar. Dabei soll er sowohl gesagt haben, dass auf Grundlage der Erhebung "72 Prozent der Befragten eine Verschiebung der Bildungsentscheidung wünschen" als auch, dass beinahe gleich viele der Befragten sich für eine Gemeinsame Schule aussprechen.

Vizerektorin der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg und Projektkoordinatorin Gabriele Böheim bestätigte gegenüber der APA zwar die gemachten Aussagen, betonte aber auch: "Das stimmt so nicht." Burow habe eine Zahl falsch verstanden und sei auch nicht Teil des Projekts. Man bekomme gerade erst die ersten Rohdaten der Umfrage zurück. Bevor kein Gesamtbild vorliege, könne man weder Rückschlüsse ziehen noch dezidierte Aussagen treffen. "Auch für Tendenzen ist es zu früh", stellte Böheim fest. Erste Ergebnisse sollen im November 2014 vorliegen, der Endbericht im Mai 2015.

Umfrage

In Vorarlberg wurden im vergangenen Herbst als Teil des Projekts rund 23.000 Eltern, Lehrer und Schüler zu Einstellungen und Ansichten zu allen relevanten Schulthemen befragt: unter anderem zu angestrebten Bildungswegen, dem Befinden der Kinder, zu schulischen Anforderungen, aber auch zu Haltungen zu Bausteinen einer Schule der Zukunft. Die Rücklaufquote lag bei über 85 Prozent.

Politische Reaktionen

Die Bildungssprecherinnen von SPÖ und FPÖ, Gabriele Sprickler-Falschlunger und Silvia Benzer, zeigten sich in Aussendungen von Burows Aussagen wenig überrascht. Die ÖVP missbrauche das Projekt, um die Landtagswahl im September unbeschadet zu überstehen, kritisierte Sprickler-Falschlunger. Deshalb dürfe man jetzt nicht einmal einen Trend verlautbaren. Benzer erklärte, dass sich ein klarer Trend zur Gemeinsamen Schule abzeichne, "das ist erfreulich und bestätigt unseren Weg". Das Forschungsprojekt hätte man nicht gebraucht, weil man aus anderen Ländern bereits wisse, dass die Gemeinsame Schule funktioniere.

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