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Bundespräsidenten-Wahl
05/23/2016

Vermutlich knappste Wahl der Zweiten Republik

Obwohl Hofer den größten Vorsprung aller Stichwahl-Kandidaten aufweist.

Wie auch immer das Ergebnis nach Auszählung der Briefwahlstimmen heute, Montag, Abend lautet: Man kann zumindest nach den Prognosen davon ausgehen, dass diese Entscheidung zwischen Norbert Hofer (FPÖ) und Alexander Van der Bellen (Grüne) die knappste aller nunmehr 13 Hofburg-Wahlen der Zweiten Republik wird. Das ist der Fall, wenn keiner der beiden Kandidaten über 50,69 Prozent kommt. Denn diese knappen 50,69 Prozent verhalfen 1965 Franz Jonas (SPÖ) zu seinem Einzug in die Hofburg. Damals hatte es schon im ersten Wahlgang nur zwei Kandidaten, Jonas und Alfons Gorbach (ÖVP) gegeben. Sechs Jahre später hielt sich Jonas mit 52,78 Prozent im Amt, sein einziger Gegenkandidat war da Kurt Waldheim, der 15 Jahre später erst Bundespräsident wurde. Und zwar als einziger Stichwahl-Kandidat (gegen Kurt Steyrer/SPÖ), der auch im zweiten Wahlgang vorne blieb.In der aktuellen Hofburg-Wahl sieht es - zumindest nach den Prognosen der Meinungsforscher - so aus, als könnte letztlich mit der Auszählung der Briefwahl doch der Zweite der ersten Runde,

Thomas Klestil konnte drehen

Van der Bellen, Bundespräsident werden. Und dies, obwohl der Vorsprung seines Gegenkandidaten groß wie nie zuvor in einer Stichwahl war. Um 13,71 Prozentpunkte war Hofer am 24. April stärker als Van der Bellen - der jetzt mit dem knappsten Entscheidung aller Wahlen Präsident werden könnte. Er wäre dann der dritte Stichwahl-Kandidat, der es schaffte, das Ergebnis des ersten Wahlganges noch umzudrehen. Einer von ihnen hat zwischen erstem und zweitem Wahlgang noch etwas mehr wettgemacht: Thomas Klestil (ÖVP) lag 1992 erst um 3,45 Prozentpunkte hinter Rudolf Streicher (SPÖ) - und ging aus dem Stechen um 13,78 Prozentpunkte (und damit 56,89 Prozent) stärker hervor als der SPÖ-Kandidat. Das bisher knappste Ergebnis der nun vier Stichwahlen gab es im Jahr 1951: Theodor Körner (SPÖ) gewann mit 52,06 Prozent gegen Heinrich Gleißner (ÖVP).

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