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Politik Inland
06/29/2019

Umfrage: ÖVP 18 Prozentpunkte vor SPÖ und FPÖ

Die Volkspartei hat laut ATV-Umfrage fast so viele Stimmen wie SPÖ und FPÖ zusammen. Grüne und Neos legen zu.

Wären die Wahlen schon jetzt zum Beginn des Sommers, würde die ÖVP bei 38 (+7 gegenüber der Wahl 2017) Prozent landen. Die SPÖ und FPÖ lägen gleichauf bei 20 Prozent (-7 bzw. -6) und wären damit gemeinsam gerade einmal so stark, wie die Konservativen. Die Grünen (11 Prozent, +7) und Neos (9 Prozent, +4) wären damit gemeinsam eine weitere, rechnerische Koalitionsoption für die Kurz-Partei - sogar einzeln wären beide nahe dran. Die Liste Jetzt liegt mit einem Prozent deutlich unter der Einzugshürde (-3). Das ist das Ergebnis des aktuellen ATV-Österreich-Trends (805 Befragte), durchgeführt von Peter Hajeks Institut "Public Opinion Strategies".

Nach nur einer Option gefragt wäre die beliebteste Koalitionsvariante bei den Österreichern knapp eine Variante aus ÖVP, Grünen und Neos. 23 Prozent sprachen sich dafür aus. 21 Prozent wollen eine Wiederauflage von Türkis-Blau. 14 Prozent wollen ÖVP und SPÖ gemeinsam in der Regierung

Für die Grünen, die nach der Niederlage 2017 diesmal vor einem starken Comeback zu stehen scheinen, ist die Themenlage günstig. Die meisten Befragten gaben an, dass die Klimakrise eines der wichtigsten Themen (zwei Themen konnten jeweils gewählt werden) sein würde. 31 Prozent wählten den "Klimawandel" aus. Das vor allem von den Grünen seit Jahrzehnten forcierte Klimawandel-Thema hängt damit auch den zweitwichtigsten Themenblock "Zuwanderung, Integration, Asyl" (24 Prozent) und "leistbares Wohnen" (19 Prozent) ab.

Top-Thema: Klimakrise

Zudem werden die Grünen und Neos für besonders ehrlich und transparent im Umgang mit Spenden gehalten (Antikorruption ist immerhin noch für 11 Prozent das wichtigste Thema). Die Entwicklungen der vergangenen Wochen rund um das Parteispenden-Thema haben hingegen für die ÖVP laut Hajek Kratzer gebracht: "Bei den Parteispenden hat ÖVP Schrammen abbekommen". Nur fünf Prozent der Befragten halten sie für "sehr ehrlich". Zusammen 52 Prozent halten sie für "überhaupt nicht" oder "eher nicht ehrlich". Die Türkisen werden damit ähnlich wie die SPÖ eingeschätzt. Die FPÖ ist klares Schlusslicht in der Wahrnehmung der Befragten. 

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Abgefragt wurde auch die aktuelle Causa rund um die Finanzierung des Heeres. Zwar wollen 43 Prozent der repräsentativ ausgewählten Befragten dem Herr künftig mehr Budget geben, allerdings wollen 37 Prozent das Budget gleich belassen und weitere elf Prozent es noch weiter kürzen.

Während die Umfrage für Optimismus bei der ÖVP sorgen und nur einen moderaten Rückschlag für die vom Ibiza-Skandal gebeutelte FPÖ bedeuten würde, weist für die SPÖ den schlechtesten Wert aller Zeiten aus.

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