Politik | Inland
12.10.2018

Überwältigende Mehrheit für Volksabstimmung zu Rauchverbot

Selbst jeder zweite ÖVP-Wähler will nach den knapp 900.000 Unterschriften für ein totales Rauchverbot in Lokalen darüber abstimmen.

Es ist eine an sich simple Frage, die dieser Tage einmal mehr heftig diskutiert wird: Soll das Volk nach dem „Don’t smoke“-Volksbegehren mit 881.569 Unterschriften über ein Rauchverbot in der Gastronomie abstimmen?

Nein, sagt die Regierung.

Ja, sagt die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung.

Zu diesem Befund kommt das OGM-Institut in seiner Umfrage für den KURIER. 59 Prozent der Österreicher sind für eine verbindliche Abstimmung, nicht einmal ein Drittel ist dagegen, ein gutes Zehntel unschlüssig. „Das ist ein klares Votum für eine Volksabstimmung“, resümiert OGM-Chef Wolfgang Bachmayer.

Nicht undelikat für ÖVP-Chef Kurz ist: Selbst Wähler der ÖVP sprechen sich klar für ein Volksvotum aus, mehr als die Hälfte der Türkis-Fans wollen über das Rauchen abstimmen. Am vehementesten fordern Wähler der Oppositionsparteien ein Plebiszit. Lediglich die Anhänger der Freiheitlichen sind mehrheitlich gegen eine Volksabstimmung – obwohl FPÖ-Wähler als Fans der direkten Demokratie gelten. „Das Ergebnis steht deutlicher in Zusammenhang mit den parteipolitischen Präferenzen als damit, ob die Befragten Raucher oder Nichtraucher sind“, analysiert Bachmayer. Denn der Meinungsunterschied zwischen Rauchern und Nichtrauchern ist in punkto Volksentscheid wesentlich geringer als zwischen FPÖ-Wählern und Oppositionssympathisanten: Zwei von drei Nichtrauchern wünschen sich eine Abstimmung – das Lager der Raucher ist hingegen gespalten.

Rauch-Votum offen

Rund 30 Prozent der Befragten – auch das weist die Umfrage aus – rauchen zumindest gelegentlich, wobei die FPÖ den größten Raucheranteil unter ihren Wählern hat. Wer deshalb glaubt, dass eine Abstimmung klar zugunsten der Rauch-Gegner ausginge, der irrt laut Bachmayer allerdings. Denn im Frühjahr ergab eine seiner Umfragen für den KURIER, dass eine Abstimmung „durchaus ein knappes Rennen sein könnte“. Schließlich, so der Meinungsforscher, habe bisher ja nur die Seite der Rauch-Gegner mobilisiert. „Und letztendlich gibt es freilich auch viele Nichtraucher, die gegen ein Rauchverbot sind.“