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Politik Inland
02/28/2020

Tempo 140 Teststrecken sind ab Sonntag Geschichte

Ministerin Leonore Gewessler: "Höhere Geschwindigkeit führt zu höherer Umweltbelastung“

Die beiden Tempo 140-Teststrecken auf der Westautobahn sind ab Sonntag, 5.00 Uhr, Geschichte. Das Projekt wird beendet, es gilt wieder ein Limit von 130 km/h. "Tempo 140 war ein Schritt in die falsche Richtung, weil jede zusätzliche Tonne CO2 eine Tonne zu viel ist", so die zuständige Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) am Freitag. "Höhere Geschwindigkeit führt zu höherer Umweltbelastung."

Das Einhalten der bestehenden Geschwindigkeitsregeln steigere die Luftqualität und senke die Lärmbelästigung für die Menschen in der unmittelbaren Umgebung, betonte die Ressortchefin. Studien des Umweltbundesamtes zeigten, dass der Ausstoß von Stickoxiden bei der Rückkehr zur normalen Höchstgeschwindigkeit durchschnittlich um rund 14 Prozent sinkt, CO2 reduziert sich zudem um 9,4 Prozent.

Die Asfinag wird in der Nacht auf Sonntag sämtliche Verkehrsschilder abmontieren, die bisher auf die Teststrecken mit Tempo 140 hingewiesen haben. Diese umfassten 88 Kilometer Autobahn in Niederösterreich und 32 Kilometer in Oberösterreich. Tempo 140 war seit August 2018 zwischen 5.00 und 22.00 Uhr erlaubt. Die nunmehrige gesetzliche Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h ist nur bei optimalen Fahrbedingungen erlaubt. Laut Straßenverkehrsordnung gilt die "Pflicht zur Anpassung der Fahrgeschwindigkeit an die Straßen-, Verkehrs- und Sichtverhältnisse", weshalb etwa bei Regen oder Schneefall, bei Nebel oder auch dichtem Verkehr das Tempo anzupassen ist.

Die bisherigen Testabschnitte für Tempo 140 im Detail:

A 1 Abschnitt Niederösterreich zwischen Melk und Oed
• Fahrtrichtung Salzburg: Nach der Melkbrücke bis zur Vorankündigung 
  der Ausfahrt Oed
• Fahrtrichtung Wien: Nach der Ausfahrt Oed  bis nach der Melkbrücke
A1 Abschnitt Oberösterreich zwischen Knoten Haid und Sattledt:
• Fahrtrichtung Salzburg: Vom "Puckinger Berg" bis vor der Ausfahrt 
  Sattledt
• Fahrtrichtung Wien: Nach der Auffahrt Sattledt bis zum Beginn der 
  Überkopfanzeigen (Verkehrsbeeinflussungs-Anlagen) für den Großraum 
  Linz

Der VCÖ begrüßt das Aus, denn mit dem Tempo würden Spritverbrauch, Lärm, Schadstoffausstoß und klimaschädlicher CO2-Ausstoß zunehmen. Zudem seien sie hohen Toleranzgrenzen in Österreich nach Schweizer Vorbild zu senken und die Tempokontrollen deutlich zu verbessern.

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