Politik | Inland
22.10.2018

Tempo 140: Köstinger weicht Frage nach Emmissionen aus

Eine Beurteilung könne erst nach „Vorliegen der Testergebnisse“ stattfinden, erklärte die Ministerin.

In einer Parlamentarischen Anfrage hatte sich die Liste Pilz an Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) gewandt. Wofgang Zinggl wollte von ihr wissen: "Um wie viel Prozent erhöhen sich die Emissionen (NOx, PM10, C02) bei einer Erhöhung der Geschwindigkeit von 130 auf 140 km/h?“

Bei der Anfragebeantwortung wich die Ministerin aus und merkte an: "Das Ausmaß der Erhöhung der genannten Luftschadstoffemissionen hängt unter anderem von der Flottenzusammensetzung, der auf dem jeweiligen Straßenabschnitt betrachteten Fahrzeuge sowie der Geschwindigkeitsverteilung der Fahrzeuge ab. Ohne diese Informationen kann der Effekt vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus nicht abgeschätzt werden. (...) Eine Beurteilung kann daher erst nach Vorliegen der Testergebnisse vorgenommen werden."

Erhöhung der Treibhausgasemissionen

Das stimme so nicht, berichtet die Kleine Zeitung. Es gäbe nämlich sehr wohl detaillierte Schätzungen, die vom Umweltbundesamt auf seiner Website veröffentlich wurden. Zu finden sind diese Daten hier.

Das Umweltbundesamt weist konkret darauf hin, dass höhere Fahrgeschwindigkeit auf Autobahnen speziell bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen zu einer Erhöhung des Verbrauchs und der Treibhausgasemissionen führen. "Emissionen der Schadstoffe wie auch von CO2 und damit des Verbrauchs steigen mit zunehmender Geschwindigkeit deutlich an. Bei den Treibhausgasemissionen ist die Änderung von 100 auf 130 km/h etwa gleich hoch wie von 130 auf 140 km/h. Dies liegt daran, dass der Luftwiderstand mit der dritten Potenz und damit auch die Motorlast massiv zunimmt", ist zu lesen.