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Politik Inland
06/02/2019

Studie: Krise brachte Familien unter Druck

Haushalte mit Kindern haben weniger verfügbares Einkommen.

Was die Einkommensverteilung angeht, hat Österreich die Wirtschaftskrise recht gut weggesteckt. Die Ungleichheit bei den Einkommen hat sich in den vergangenen Jahren nicht weiter verstärkt. Allerdings kommen Jüngere und Familien mit Kindern zusehends unter Druck. So der Schluss einer aktuellen Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo. „Haushalte mit jüngeren Erwachsenen und Haushalte mit Kindern sind in der Verteilung abgerutscht“, sagt Studienleiterin Silvia Rocha-Akis.

Im Detail heißt das: Für Haushalte mit älteren Erwachsenen ab 46 und Pensionisten sind die verfügbaren Einkommen von 2010 bis 2015 inflationsbereinigt gestiegen (plus 5,5 bzw. 7,6 Prozent), während sie für jüngere Erwachsene ohne Kinder (-3,2 Prozent) und jüngere bzw. ältere Erwachsene mit Kindern (-2,6 bzw. -2,8 Prozent) gesunken sind. Wobei der Rückgang ohne Umverteilungsmaßnahmen noch stärker ausgefallen wäre (bis zu 9,2 Prozent).

Der seit heuer geltende Steuerbonus für Familien könnte dem laut Rocha-Akis teilweise entgegenwirken, wird aber alleine nicht ausreichen, um den Verlust auszugleichen. Den Gründen für das Abrutschen vieler Familien werde man näher nachgehen müssen. Möglicherweise wirke sich die instabile Beschäftigungslage für Junge stärker negativ aus.

Sozialstaat nützt vielen

Insgesamt habe aber die Krise die seit 2000 steigende Ungleichheit aber nicht weiter befeuert, sagt Rocha-Akis. Im Gegenteil: Die Einkommensverteilung ist weitgehend stabil geblieben. Dies deshalb, weil niedrige Zinsen die oberen Einkommen gedämpft haben, während die unteren gestiegen sind.

Eine weitere Erkenntnis der Studie: Nicht nur die unteren Einkommensgruppen profitieren vom Sozialstaat. Je nach Definition sind nämlich 40 bis 60 Prozent der österreichischen Haushalte „Nettoempfänger“. Ihr Einkommen steigt durch die staatliche Umverteilung also stärker an, als es im Gegenzug durch Steuern und Sozialabgaben belastet wird.

Die Studie zeigt auch, wie stark der Sozialstaat die Armut reduziert. Müssten alle Österreicher ausschließlich von dem Geld leben, das sie am Arbeitsmarkt verdienen können, wäre jeder Dritte armutsgefährdet. Durch staatliche Zuschüsse sinkt die Armutsgefährdung auf 15,5 Prozent, durch Sachleistungen (Kindergärten etc.) und Steuern auf 10,5 Prozent.

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