Politik | Inland 08.05.2018

Neos-Vorsitz: Meinl-Reisinger will Strolz nachfolgen

Meinl-Reisinger und Strolz bei einer Parteiveranstaltung im Februar 2015. © Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER

Matthias Strolz zuvor: "Sie ist meine Favoritin." Scheidender Neos-Chef räumt außerdem mit Gerüchten auf.

Der scheidende Neos-Chef Matthias Strolz hat vor den Gremiensitzungen am Mittwoch eine "persönliche Empfehlung" für Beate Meinl-Reisinger als Nachfolgerin abgegeben. "Ja, sie ist meine Favoritin", sagte Strolz Dienstagabend im Gespräch mit Journalisten in der Sky Bar in der Wiener Kärntner Straße.

"Ich habe das klare Bild, dass sie die größte Kraft hat, die Nachfolge optimal anzugehen", so Strolz. "Wenn sie aufsteht, werde ich das großartig finden."

Wiener Parteichefin will kandidieren

Meinl-Reisinger selbst kündigte wenig später im ORF-Report ihre Kandidatur an und rechnet mit Gegenkandidaten: "Wir sind nicht Nordkorea." Die 40-Jährige sagte, sie habe ihre Kandidatur als Neos-Chefin bereits im internen Forum der Partei bekannt gegeben. Die Entscheidung obliege aber ausschließlich den Mitgliedern, sagte Meinl-Reisinger, die mit Gegenkandidaten rechnet: "Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es Leute gibt, die hier aufstehen werden. Ich finde das gut so, ich sehe das entspannt."

Mittwochfrüh tagt der erweiterte Vorstand, um sich mit der Nachfolge des Parteichefs auseinanderzusetzen. Formal wird der neue Parteichef von der Mitgliederversammlung am 23. und 24. Juni gewählt, bewerben kann sich bis 9. Juni theoretisch jeder. Die derzeitige Wiener Neos-Chefin Meinl-Reisinger galt von Anfang an als logische Nachfolgerin von Strolz.

Strolz: Keine geheimen Gründe

Aufkeimenden Gerüchten trat Strolz am Dienstag  noch einmal entgegen: "Da ist keine Krankheit, keine Me too-Affäre, kein viertes Kind. Und ja, ich habe am Wochenende am Amsterdamer Flughafen eine Frau geküsst – es war meine Frau." Es sei ihm wichtig, das einzufangen, denn Medien hätten bereits zu recherchieren begonnen, ob er eine Affäre habe.

Es gebe keine weiteren Gründe für seinen Rückzug als die, die er am Montag in seiner Erklärung genannt hatte. Als einfacher Abgeordneter wolle er als Parteigründer nicht im Klub bleiben, weil es ihm nicht passend erscheine, seinen "Nachfolgern über die Schulter zu schauen".

( Agenturen , kurier.at ) Erstellt am 08.05.2018