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Politik | Inland
05/17/2019

Schmäh bei ROMY-Verleihung: Böhmermann wusste Bescheid

Videobotschaft von Böhmermann im April lässt im Nachhinein aufhorchen: Der Satiriker wusste offenbar von Strache-Video.

Der deutsche Satiriker Jan Böhmermann hat schon im April die Affäre rund um die am Freitag bekannt gewordenen Aussagen von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zu verdeckten Parteienfinanzierung und die Vergabe von Staatsaufträgen angedeutet. In einer Video-Botschaft zur heurigen Verleihung der ROMY-Akademiepreise im April machte er entsprechende Anspielungen, was freilich als Satire rezipiert wurde.

In der am 11. April an die Gäste gerichteten Botschaft sagte der Satiriker, er könne "heute leider nicht persönlich in der für mich als Deutscher natürlich besonders positiv historisch aufgeladenen Wiener Hofburg anwesend sein".

Und weiter: "Während Sie jetzt gerade die Gala genießen, Sekt trinken, feine Schnittchen essen, und charmant versuchen, Gernot Blümel nicht spüren zu lassen, wie sehr Sie ihn verachten (...) hänge ich gerade ziemlich zugekokst und Red-Bull-betankt mit ein paar FPÖ-Geschäftsfreunden in einer russischen Oligarchenvilla auf Ibiza herum - und verhandle darüber, ob und wie ich die Kronen Zeitung übernehmen kann und die Meinungsmache in Österreich an mich reißen kann."

Aber darüber dürfe er "leider noch nicht reden", so Böhmermann weiter. "Darum sage ich einfach nur: Danke, Danke, Danke".

Zum Abschluss richtete Böhmermann noch einen Wahlaufruf an die Gäste: "Alle, denen Europa am Herzen liegt, wählen am 26. Mai - Und alle, die finden, dass die österreichische Bundesregierung einen guten Job macht, gehen bitte erst am 27. Mai wählen."

Ibiza-Tweet von Böhmermann

Am heutigen Freitag - nach Bekanntwerden der Causa - postete Böhmermann auf seinem Twitter-Channel dann kommentarlos ein Youtube-Video der Vengaboys. Titel: "We're Going to Ibiza!"

In der "ZiB2" bestätigte SZ-Redakteurin Leila Al-Serori, die seit Monaten mit den Recherchen betraut war, dass auch der Satiriker das Video zugespielt bekommen hatte. Er habe aber "nichts daraus machen" wollen, sagte sie.