Strache zeigt sich vom Kanzler enttäuscht.

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Politik Inland
05/23/2019

Strache greift Kurz an: "Misstrauen ist logisch"

Schriftliche Antwort an den KURIER: Ex-Vizekanzler deutet FPÖ-Tendenz zu Kanzler-Abwahl an und wirft Kurz indirekt Wortbruch vor.

von Lukas Kapeller

Heinz-Christian Strache ist auf Facebook weiter aktiv, inwieweit er aber in die anstehenden Entscheidungen der FPÖ noch involviert ist, ist unklar. Spannend ist das vor allem, weil die FPÖ offen lässt, ob sie am Montag im Parlament mit SPÖ und Liste Jetzt für einen Misstrauensantrag gegen ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz stimmen wird.

Der KURIER stellte eine schriftliche Anfrage an Strache, und dieser teilt mit, das „Misstrauen“ seiner Partei sei „verständlich und logisch“.

Wörtlich schreibt der ehemalige Parteiobmann: „Ich stehe hier voll und ganz zum designierten Bundesparteichef Norbert Hofer und dem durch Bundeskanzler Kurz abgesetzten ehemaligen Innenminister Herbert KicklDurch meinen völligen Rückzug stand ich einer von Bundeskanzler Kurz zugesagten Weiterarbeit der Regierung nicht im Wege. Durch das spätere Aufkündigen der Regierungskoalition durch ÖVP-Obmann Kurz und die zusätzlich erfolgte Absetzung von Innenminister Kickl ist dieses Misstrauen gegenüber der ÖVP und Bundeskanzler Kurz verständlich und logisch!“

Freiheitlicher Groll

Auch der neue FPÖ-Bundesobmann Norbert Hofer hatte in einem KURIER-Interview zuvor gesagt: „Kurz kann sich kein Vertrauen erwarten.“ Ein Ja zu einem Misstrauensantrag im Nationalrat hatte der Ex-Verkehrsminister aber offen gelassen. Wie Hofer deutet aber auch Strache dies zumindest an.

Etwas schärfer noch hatte es Kickl am Dienstag formuliert: „Es wäre ja fast naiv von Kurz, anzunehmen, dass wir Freiheitlichen nach dem Misstrauen von Kurz gegen uns kein Misstrauen gegen ihn haben. Wann immer die Sondersitzung stattfindet: Wer Vertrauen gibt, erhält Vertrauen. Wer Misstrauen gibt, kriegt Misstrauen." Dies bedeute aber nicht, dass die FPÖ im Parlament automatisch für den Misstrauensantrag stimmen werde, hieß es wenig später aus der Partei.