Politik | Inland
02.06.2017

Stornierte Reise und ein neues Plakat

Reisediplomatie. Nach Absage von Christian Kerns Berlin-Trip cancelt Sebastian Kurz USA-Visite.

Eigentlich hätten Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) und Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) am Donnerstag und am Wochenende auf dem internationalen Parkett gute (Wahlkampf-)Figur machen wollen. Der Kanzler beim renommierten Europaforum des Westdeutschen Rundfunks in Berlin, der Außenminister ab Sonntag in Washington D.C., wo er beim Weltforum der AJC (Global Jewish Advocacy) einen Vortrag halten sollte.

Doch dazu kommt es nicht. Christian Kern sagte seinen Berlinbesuch recht kurzfristig ab, um– so die offizielle Begründung – mit dem Noch-Koalitionspartner den Beschäftigungsbonus unter Dach und Fach zu bringen.

Und Sebastian Kurz stornierte seine USA-Reise ebenfalls in quasi allerletzter Sekunde – auch hier werden offiziell "Termingründe" genannt, aber nicht näher spezifiziert. Die Rede für die AJC schickt Kurz als Video-Botschaft – und ließ gestern gleich eine Auslandsreise für kommende Woche ankündigen: in die Ukraine zu Präsident Petro Poroschenko mitsamt einem Besuch der OSZE-Mission. Kanzler Christian Kern brach bereits Donnerstagabend zu seiner lange geplanten Reise zum Internationalen Wirtschaftsforum nach St. Petersburg reisen.

50.000 Mini-Poster

Die Funktionäre der ÖVP haben indes dieser Tage Post vom neuen Parteichef erhalten: 50.000 Stück eines Mini-Posters (Bild) werden ausgeliefert – und idealerweise sofort in den Schaukästen der Landes- und Bezirksparteien affichiert. Die Botschaft laut Bundes-ÖVP: Die Zeit für Minimalkompromisse ist endgültig vorbei.