Aktenkoffer voll mit Euroscheinen

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Politik Inland

Steuerfahndung trieb im Vorjahr 104 Millionen Euro ein

Alleine Obstbauer aus der Steiermark verursachte Schaden von neun Millionen Euro.

08/09/2020, 12:53 PM

Die Steuerfahndung hat im Vorjahr 561 F√§lle bearbeitet und dabei 104 Millionen Euro an Steuern eingenommen. 2019 wurden insgesamt 104 Zwangsma√ünahmen durch die Steuerfahndung durchgef√ľhrt, diese beinhalten unter anderem 85 Hausdurchsuchungen an 292 Einsatzorten mit insgesamt 1.472 Personentagen. Bei diesen Hausdurchsuchungen wurden unter anderem 72.000 GB an IT-Daten sichergestellt.

Das teilte das Finanzministerium in einer Bilanz-Aussendung am Sonntag mit. "Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt und schadet nicht nur dem Standort, sondern auch dem Ruf der Wirtschaft", sagte Finanzminister Gernot Bl√ľmel (√ĖVP). Die Steuerfahndung leiste wichtige und wertvolle Arbeit im Sinne der korrekten Steuerzahler. "Wir werden auch weiterhin entschlossen gegen Steuerbetrug vorgehen."

Spezialeinheit

Die Steuerfahndung ist eine Spezialeinheit f√ľr Ermittlungen in besonderen Finanzstraff√§llen, die sowohl nationale Koordinationsaufgaben als auch den internationalen Kontakt in gro√üen grenz√ľberschreitenden F√§llen von Mehrwertsteuerbetrug wahrnimmt. Im vergangenen Jahr konnten auch zahlreiche teils spektakul√§re F√§lle abgeschlossen werden.

So wurde beispielsweise ein internationaler Karussellbetrug aufgedeckt, bei dem die T√§ter Fliesen statt Smartphones in Verpackungen von Mobiltelefonen verstaut hatten. Die Verpackungen sollten nicht auffallen und wurden bewusst so pr√§pariert, dass bei Gewichtskontrollen der Lieferungen im Rahmen der Verzollung niemand Verdacht sch√∂pfen sollte. Die "Fliesen-Handys" waren nat√ľrlich niemals f√ľr den Verkauf bestimmt, sondern sind gewiefte Instrumente zum Umsatzsteuerbetrug. Die Ermittlungen in diesem Fall sind noch am Laufen.

Abgabenbetrug und -hinterziehung im gro√üen Stil betrieb der Lokalbesitzer eines China-Restaurants in Vorarlberg. Mit Hilfe eines Programmierers manipulierte er seine Registrierkasse so, dass Ums√§tze im Nachhinein aus dem System gel√∂scht werden konnten. Hausdurchsuchungen der Steuerfahndung brachten daf√ľr zahlreiche Beweise zutage, der Lokalbesitzer zeigte sich danach gest√§ndig. Abgabenrechtliche Nachforderungen in H√∂he von fast 600.000 Euro wurden gestellt.

Marillenhof Wolfgang Hackl

Bei einem weiteren Fall konnten die Steuerfahnder einen steirischen Obstbauern √ľberf√ľhren, der s√§mtliche vorgelegten Vollmachten von ausl√§ndischen Unternehmen, diverse Rechnungen sowie auch die vorgelegten Transportpapiere gef√§lscht hatte und es zu keiner Zeit Lieferungen von √Ąpfeln ins Ausland gegeben hat. Sogar Firmenstempel und Zollstempel lie√ü der Beschuldigte selbst anfertigen, um die Dokumente f√§lschen zu k√∂nnen. Die Tat wurde vom beschuldigten Obstbauer letztendlich auch vollumf√§nglich gestanden. Er verursachte durch seine Handlungen einen Schaden von neun Millionen Euro.

Namenlose Barverkäufe

In einem weiteren Fall wurde vier Jahre lang gegen einen Getr√§nkegro√üh√§ndler aus Salzburg ermittelt. Der H√§ndler hatte es etlichen Gastronomiekunden erm√∂glicht, nicht registrierte Bareink√§ufe zu t√§tigen. Die Bareink√§ufe der Wirte und Lokalbetreiber sind in weiterer Folge beim Getr√§nkegro√üh√§ndler als namenlose Barverk√§ufe oder als Verk√§ufe an andere Kunden fakturiert worden. Die Ermittlungen der Steuerfahndung haben hierzu ergeben, dass Kundennamen erfunden und Scheinkundenkonten in der Buchhaltung des Getr√§nkegro√üh√§ndlers zur Verschleierung der tats√§chlichen Warenempf√§nger angelegt wurden. Die abgaben- und finanzstrafrechtlichen Pr√ľfungen durch die Au√üenpr√ľfer des Finanzamtes Salzburg-Stadt und der Steuerfahndung Salzburg bei 15 identifizierten Gastronomiekunden und Schwarzeink√§ufern f√ľhrte zu abgabenrechtlichen Nachforderungen von √ľber 4,2 Mio. Euro.

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