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Politik Inland
09/17/2019

"Stell dir vor es ist Wahl..."

Bildungsministerin Iris Rauskala stellt sich Fragen von Gymnasiasten. Für Erstwähler zählt Klima- aber auch Bildungspolitik

„Aufbruch ins Ungewisse“   – so heißt die Ausstellung im Haus der Geschichte (hdgö), in dem sich 40 Erstwähler mit Bildungsministerin Iris Rauskala treffen, um über Politik zu reden. Ungewiss ist für viele der Erstwählern wen und ob sie überhaupt am 29. September wählen werden. „Viele meiner Freunde werden nicht wählen gehen. Politik ist bei uns noch kein Thema,“ sagt der 16-jährige Joel aus dem Karajan-Gymnasium in Wien-Brigittenau. Woran das liegt? Für viele Schüler an den Politikern selbst. Sie fühlen sich von ihnen und im Wahlkampf nicht angesprochen.

Um genau das zu ändern, hat hdgö-Direktorin Monika Sommer den Workshop initiiert. „Stell dir vor es ist Wahl und keiner geht hin“, erklärt Sommer ihre Intention.  

Bei  der Fragerunde zwischen Bildungsministerin und Schülern bleibt indes einiges unbeantwortet. Die Bildungsministerin verweist bei einigen Fragen auf die nächste Regierung. Doch die Schüler wollen die Antworten jetzt. Erst fragen sie zaghaft –  sobald es um Herzensthemen wie Umwelt- und Bildungspolitik geht, getrauen sie sich Rauskala direkt anzusprechen.

Schulpflicht statt Schulstreik

„Warum gibt es immer weniger Sport in den Schulen?“, „Kann umweltpolitische Bildung als Schulfach eingeführt werden, um das Bewusstsein zu schärfen?“ und: „Warum unterstützt uns das Bildungsministerium nicht bei den Klima-Streiks?“

Die Schüler sind wütend, wie sie sagen. Jahrelang sei ihnen vorgeworfen worden, sich nicht politisch zu interessieren. Und jetzt, da sie sich für „Fridays for Future“ engagieren, lässt man sie nicht, denn die Streiks finden während der Schulzeit statt. Wer teilnimmt, der verletzt die Schulpflicht. „Meine Verantwortung ist, dafür zu sorgen, dass die Schulpflicht eingehalten wird“, sagt Rauskala. Eine Antwort, die die Schüler wenig befriedigt.

Ebenso wie die folgende.„Warum wird mehr in das Militär investiert als in die Bildung“, will eine Gymnasiastin wissen. Auch hier bleibt die Bildungsministerin eine klare Antwort schuldig. „Am Ende des Tages können wir nur das investieren, was die Steuerzahler geben.“ 

Auf Unverständnis stößt bei den 16- und 17-Jährigen, warum jährlich neue Schulbücher kommen, anstatt die alten an die kommenden  Klassen weiterzugeben. Und, warum die Bücher nicht längst digitalisiert sind „Eine lückenlose Digitalisierung ist ein großes Thema für das nächste Jahr“ sagt Rauskala, deren Amtszeit wohl alsbald endet.
 

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