Politik | Inland
19.04.2018

So wenige Asylanträge wie vor fünf Jahren

Grenzkontrollen, verschärfte Gesetze und Restriktionen dürften zu dem deutlichen Rückgang geführt haben

vonBernhard GaulDie Daten aus dem Innenministerium gereichen Innenminister Herbert Kickl sicherlich zur Freude: In den ersten drei Monaten dieses Jahres verzeichneten seine Beamten einen deutlichen Rückgang bei der Anzahl der Asylanträge – im Vergleich zum Vorjahr. Minus 39,4 Prozent, oder fast 2500 Personen weniger, die in Österreich um Schutz bitten, als im Vergleichszeitraum 2017.

Die Zahl der Asylanträge liegt damit in etwa auf dem Niveau der Jahre 2012 bis 2014, wenn auch leicht darüber (siehe Grafik). Interessant zu beobachten ist, dass auch in den klassischen europäischen Zielländern von Asylsuchenden wie Deutschland oder Schweden die Antragszahlen rückläufig sind.

Restriktionen

Dennoch wird vermutet, dass sich auch herumgesprochen hat, dass Österreichs Bundesregierung mitunter restriktiv gegen Asylwerber vorgeht, was in einer Novelle des Fremdenrechts bereits beschlossen wurde.

Konkret müssen sich Asylwerber mit bis zu 840 Euro an den Verfahrenskosten beteiligen, sofern sie Bargeld mitführen. Auch die Handys der Flüchtlinge werden einbehalten – in der Hoffnung, Geodaten aus den Geräten auslesen zu können, um die Fluchtrouten nach Österreich rekonstruieren zu können. Zudem sollen Gebietsbeschränkungen verhindern, dass Asylwerber untertauchen können.

Flüchtlingsrouten

Aktuelle Daten der EU-Grenzschutzagentur Frontex zeigen aber auch, dass der Flüchtlingsstrom aus Asien und Afrika anhält. Über die „Balkanroute“ sind in den ersten 60 Tagen dieses Jahres 580 illegale Grenzübertritte verzeichnet worden, aus der Türkei nach Griechenland waren es 3892, und über die Mittelmeer-Route kamen 4916. Experten gehen davon aus, dass diese Zahlen bis Sommer ansteigen werden.