Norbert Schnedl, GÖD-Vorsitzender

© APA/ROLAND SCHLAGER

GÖD
10/12/2016

Schnedl: "Brauchen eine Aufnahmeoffensive bei Beamten"

Schnedl mit 96,6 Prozent zum neuen GÖD-Chef gewählt. Für die Beamten-Gehaltsverhandlungen erwartet er sich einen "ordentlichen Gehaltsabschluss".

Mit 96,6 Prozent der Delegiertenstimmen ist Norbert Schnedl zum neuen Vorsitzenden der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) gewählt worden. Der ÖGB-Vizepräsident und FCG-Chef tritt damit die Nachfolge von Fritz Neugebauer an, der nach 19 Jahren an der Spitze beim Bundeskongress im Wiener Austria Center nicht mehr kandidiert hat.

Gegenüber der APA sprach Schneld von einem "überwältigenden Vertrauen". Die Geschlossenheit, die damit zum Ausdruck komme, zeige, dass die GÖD bestens gerüstet sei für die Themen, die zu bewältigen seien.

Im Ö1-Morgenjournal hatte sich Schnedl für eine Aufnahmeoffensive bei den Beamten ausgesprochen. Grund: In den nächsten Jahren gehen 40 Prozent der Kollegen in Pension. Zudem sei der Druck auf die Beamten gestiegen - Stichwort Flüchtlinge, so Schnedl.

Für die anstehenden Beamten-Gehaltsverhandlungen fordert er "einen ordentlichen Gehaltsabschluss für die ordentlichen Leistungen der öffentlich Bediensteten". Auf die Frage, ob sich die Beamten an der Drei-Prozent-Forderung der Metaller orientieren werden, sagte Schnedl, die GÖD habe dafür ihre eigenen Parameter.

Den traditionellen Brief an die Regierung mit den Ersuchen um Aufnahme der Gehaltsverhandlungen werde die GÖD demnächst abschicken. "Darauf vergessen wir bestimmt nicht", betonte der künftige Vorsitzende unmittelbar vor seiner Wahl im Gespräch mit der APA am Rande des GÖD-Bundeskongresses.

Neugebauers Kurs fortsetzen

Den Kurs seines Vorgängers Fritz Neugebauer will Schnedl fortsetzen, am Stil dürfte sich aber einiges ändern. "Ich bin ein anderer Mensch", so Schnedl. Dazu, dass er bisher in der Öffentlichkeit weniger polternd als Neugebauer aufgetreten sei, stellte Schnedl fest, ob er lauter oder weniger laut auftrete, hänge von der Situation ab. "Aber wenn es erforderlich ist, kann ich auch laut werden."

Dass sein Vorgänger in Verhandlungen zu unnachgiebig agiert habe, sieht Schnedl nicht. "Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst ist kein Betonwerk", sagt Schnedl. Und weiter: "Am Ende des Tages steht ein Kompromiss."

Das geplante neue Dienstrecht für alle Beamten und Vertragsbediensteten sollte "umgehend" in Angriff genommen werden, fordert Schnedl von der Regierung noch heuer den Start von Verhandlungen. Ein Ergebnis hält der neue Vorsitzende noch in dieser Legislaturperiode für möglich. Die GÖD habe dazu ein ausdifferenziertes Modell vorgelegt, Eckpunkte dazu fänden sich auch schon im Regierungsprogramm.

Die durch ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofes neuerlich notwendig gewordenen Sanierung der Anrechnung von Vordienstzeiten für Beamte ist für Schnedl eine "unendliche Geschichte". Notwendig sei nun "die X-te Reparatur der Reparatur". Schnedl erwartet, dass diese dann endlich vor den Höchstgerichten hält. Hätte die Regierung die Vorschläge der GÖD für ein neues Dienstrecht aufgenommen, hätte man sich diese Probleme ersparen können.

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