Politik | Inland
22.04.2018

Salzburg-Wahl: Grünes Hadern mit dem Ergebnis

"Da kannst noch so gut arbeiten, es gewinnt der Haslauer" - Rössler mit Tränen in den Augen, aber kämpferisch.

Hadern mit dem Wahlergebnis war am Sonntagabend bei den Grünen angesagt. Partystimmung wollte bei der Wahlfeier in "Lackners Auszeit" nahe der Salzburger Universität nicht aufkommen. Parteichefin Astrid Rössler kam mit Tränen in den Augen, zeigte sich aber kämpferisch: "Das Grüne Projekt hat eine Schlagseite gekriegt, aber das Grüne Projekt ist weit davon entfernt unterzugehen."

"Astrid, Astrid"

Die Spitzenkandidatin wurde mit "Astrid, Astrid"-Rufen empfangen und stellte sich für ihre kurze Ansprache ohne Mikrofon, dafür aber mit einem Bier in der Hand auf einen Sessel. "Bevor ich den ersten Schluck mache und bevor ich weiter weine" dankte sie für den Wahlkampfeinsatz. Das erhoffte Ergebnis sei nicht gelungen, trotzdem könne man stolz auf das zweitbeste Resultat der Salzburger Grünen sein, so Rössler. Und: "Es sind Täler, die Höhen ausmachen - auf zur nächsten Höhe!"

Reaktionen im O-Ton

Salzburg-Wahl: Reaktionen im O-Ton

1/7

Marlene Svazek findet's spannend

"Wenn es sich ausgeht, wird es schwer für uns, wenn es sich nicht ausgeht, wird es spannend." Zur Erklärung: Angesprochen wurde die FP-Spitzenkandidatin auf eine mögliche Koalition mit der ÖVP. Diese hänge vor allem vom Abschneiden der Grünen ab, meinte sie. Und die sind ja bekanntermaßen aus dem Koalitionsrennen. Es wird also spannend für die FPÖ. 

Wilfried Hauslauer sagt lieber noch nichts

Landeshauptmann Haslauer wollte sich am Sonntag lieber nicht über mögliche Koalitionsvarianten unterhalten. "Ich werde mit allen reden", meinte er nur. Und sonst?  "Ich kommentiere keine Wahlergebnisse von anderen Mitbewerbern." Und natürlich: "Das Ergebnis ist eine schöne Bestätigung des neuen Stils."

Astrid Rössler muss schwer schlucken

Ganz anders sah die Welt am Sonntag für die Grüne Spitzenkandidatin Astrid Rössler aus. Angesichts der Halbierung des Wahlergebnisses von 2013 bot sie ihrer Partei sogar den Rücktritt an.  "Meine persönliche Enttäuschung ist grenzenlos", sagte Rössler, erinnerte aber daran, dass die Salzburger Grünen das zweitbeste Ergebnis in ihrer Geschichte erzielt hätten. "Trotzdem gibt es nichts zu beschönigen. Wir sind mit wehenden Fahnen untergegangen."

Strolz wartet auf die Ballannahme

"Wir sind zur Ballannahme bereit", kommentierte NEOS-Chef Matthias Strolz das Ergebnis. Gemeint war eine mögliche Regierungsbeteiligung. Hier liege der Ball nun bei ÖVP-Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Walter Steidl traurig

"Wir müssen das zur Kenntnis nehmen. Wenn die Erwartungshaltung mit dem Ergebnis nicht im Einklang steht, schwingt Enttäuschung mit", sagte der sozialdemokratische Spitzenkandidat Walter Steidl. Bereits die Wahl 2013 sei nicht unter normalen Vorzeichen geführt worden. "Wir haben damals die Hauptverantwortung für den Finanzskandal in einen Rucksack verpackt bekommen", sagte Steidl. Dass in den anderen Bundesländern, wo heuer gewählt wurde, die SPÖ Zugewinne verzeichnen konnte, sei kein Automatismus. "Bei allen vergangenen Wahlen haben die Regierungsparteien gewonnen. Es ist ein Zug der Zeit, dass die Chefs die Wahlen mit Abstand gewinnen." Was das Ergebnis für seine Zukunft in der Salzburger SPÖ bedeutet, ließ Steidl am Sonntag offen. 

Besenfresser

FPS-Spitzenkandidat Karl Schnell drang am Sonntag in Strolz-Gefilde vor. Auf die Frage, wie es nun weitergehe, wenn seine FPS unter fünf Prozent bleibt, meinte Schnell. "Dann gehe ich Besenfressen und am nächsten Tag arbeiten. Den Besen werde ich daheim essen. Ich habe einen guten Freund, der macht wir einen Besen aus einer guten Torte." Im Wahlkampf hatte Karl Schnell mehrmals siegessicher betont, er werde einen Besen fressen, falls er nicht in den Landtag einziehen werde.  

Grüne: "Am Ende gewinnt der Haslauer"

Eine Unterstützerin brachte ihren Frust auf der Grünen Wahlfeier - so man von einer solchen sprechen kann - so auf den Punkt: "Da kannst noch so gut arbeiten, es gewinnt der Haslauer."

Rössler hat bereits angekündigt, im Parteivorstand am Montag ihren Rücktritt anzubieten. Landesrat Heinrich Schellhorn - der beim Wahlabschluss am Freitag noch zuversichtlich gewesen war - räumte ein, sich beim Ergebnis verschätzt zu haben. Von der positiven Regierungsarbeit habe letztlich vor allem die ÖVP profitiert. Zumindest mit dieser Einschätzung war Schellhorn bei den Grünen nicht alleine. Eine Unterstützerin brachte ihren Frust so auf den Punkt: "Da kannst noch so gut arbeiten, es gewinnt der Haslauer."