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Politik Inland
08/08/2019

Rote Partei-Jugend kämpft gegen Klimawandel: "Arbeitsplätze statt Billigfleisch"

Die SJ startet in den Wahlkampf. Der Auftakt steht ganz im Zeichen der Klimakrise und der falschen Wirtschaftspolitik.

Teenager hängen am Galgen. Sie stehen dazu mit Stricken um den Hals auf schmelzenden Eisklumpen. Ein drastisches Bild.

Mit dieser Aktion zeigt die Sozialistische Jugend (SJ), worum es ihr in diesem Wahlkampf geht: Die Politik müsse endlich handeln und die Klimaerwärmung stoppen. Das Bild vom Galgen soll verdeutlichen: Der Welt rinnt die Zeit davon - wie das Schmelzwasser der Eisklumpen und an den Polkappen. Motto der SJ-Veranstaltung: "Falsche Handelspolitik zerstört unsere Zukunft".

Fiona Herzog, die 24-jährige Landesvorsitzende der Sozialistischen Jugend Wien, erklärt die Auftaktaktion zum Wahlkampf so: "Wir zeigen hier, dass wir uns einsetzen und dass sie unsere Zukunft verspielen!" Mit der Galgen-Inszenierung will die SJ demnächst durch alle Bundesländer touren.

"Kapitalismus überwinden"

Die Klimakrise und ihre Auswirkungen auf die Menschen dominieren inhaltlich den Wahlkampf der jungen Roten.  Julia Herr, SJ Chefin (Platz 7 der SPÖ-Bundesliste) sagt: "Wenn man den Klimawandel bekämpfen will, muss man auch ein Wirtschaftssystem wie den Kapitalismus überwinden." Sie sieht die falsche Wirtschafts - und Handelspolitik als mitschuld an der Klimakrise.

Herr fordert konkret ein Nein zum Mercosur-Handelsabkommen und dass künftig die Großkonzerne statt der Konsumenten für die Klimakrise zur Kasse gebeten werden. Denn sie ist überzeugt, dass Industrie und Unternehmen den Großteil des CO2-Austoßes verursachen, aber der Konsument blechen muss.

Herr: „Wir fordern eine CO2 Steuer für Konzerne. Und einen massiven Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln für Transportwege und in ländlichen Gebieten.“ Sie schränkt aber ein: Autofahrer sollen nicht mit teurerem Sprit bestraft werden.

Der SJ-Forderungskatalog geht freilich viel weiter und reicht von Hitzefrei bei hohen Temperaturen bis zu Investitionen in erneuerbare Energien. Das soll auch neue Jobs für die Zukunft schaffen, umreißt Herr ihre Forderungen im KURIER Gespräch. Ein Slogan lautet auch: "Österreichische Arbeitsplätze statt Billigfleisch aus Brasilien."

Von Diana Dauer