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Politik Inland
12/05/2011

Risikopuffer: Hypo braucht mehr Zeit

Bank-Chef Kranebitter will mehr Zeit für den Kapitalaufbau, nicht mehr Staatsgeld: "Größer Verlust für den Steuerzahler wäre Zerschlagung der Bank".

Der Chef der staatlichen Kärntner Hypo Alpe Adria Bank, Gottwald Kranebitter, hat am Donnerstag bestätigt, dass die Bank mehr Zeit braucht, um die neuen Vorgaben für wirtschaftliches Eigenkapital samt Risikopuffern zu erfüllen. Die Aufsicht hat der Bank für den zusätzlichen Milliarden-Kapitalpuffer eine Frist bis März 2012 angesetzt. Kranebitter stellte heute am Rande einer Aufsichtskonferenz fest, dass er den Bund jetzt nicht um frisches Staatskapital ersuche, sondern um mehr Zeit.

"Wenn wir die Lücke heute füllen könnten, hätten wir nicht notverstaatlicht werden müssen", sagte Kranebitter. In einem Brief an die Finanzmarktaufsicht habe der Hypo-Vorstand dargestellt, wie die Bank "aus eigener Kraft" die Lücke füllen wolle.

Die Notenbank hat in einem Gutachten die Kapitallücke auf Basis der Daten von Ende 2010 auf 1,5 Mrd. Euro beziffert, die Bank sieht weniger Bedarf, weil sie ohnedies schrumpfe.

In den nächsten Wochen fänden dazu Verhandlungen mit den Behörden statt, betont die Hypo. Wolle man jetzt Banken in Österreich, Italien oder Südosteuropa verkaufen, wäre dies Kapitalvernichtung, sagte Kranebitter. In Italien etwa würden Banken derzeit mit 20 Prozent des Eigenkapitals bewertet.

Um welche Fristerstreckungen die Hypo bei den Aufsichtsbehörden nun konkret anklopft, sagte Kranebitter heute nicht. Nur soviel: "Es braucht Zeit, um in Zielnähe zu kommen." Eigenkapital würde vor allem frei, indem Risiken weiter reduziert würden. Von Ende 2008 bis Ende Juni 2011 sei die Bank schon um ein Viertel kleiner geworden. Den Weg wolle man weiter gehen.

Faule Kredite

Kein Mensch könne freilich ausschließen, dass es im Prozess von Verkäufen nicht nochmals zu Verlusten komme, räumte Kranebitter ein. Mit dem Abbau des Rucksacks von 10 Mrd. Euro an faulen Krediten (non performing loans) seien ebenso Risiken verbunden wie mit den geplanten Bankenverkäufen.

Der größte Verlust für die österreichischen Steuerzahler wäre allerdings mit einer Zerschlagung der Bank verbunden, sagte Kranebitter.

Zu den aktuellen Ergebnisprognosen meinte der Hypo-Chef, dass die Bank 2012 Gewinne machen wolle. 2011 sei man "auf Linie", da gibt es keine Gewinnprognose.

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