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Politik Inland
11/16/2021

Reich will nächtliche Ausgangsbeschränkung auch für Geimpfte

Oberste Gesundheitsbeamtin im Gesundheitsministerium für "Notbremse".

Die oberste Gesundheitsbeamtin im Gesundheitsministerium, Katharina Reich, plädiert für Ausgangsbeschränkungen in der Nacht - auch für Geimpfte. "Ich glaube, dass wir das brauchen, tatsächlich", sagte sie im ORF-"Report". "Die Situation ist schon eine deutlich andere und deswegen ist meine Bitte: Wir müssen jetzt in einem gewissen Krisenmodus ankommen." Denn: "Es ist keine Pandemie der Ungeimpften, sondern wir sind in einem Stadium angekommen, wo es uns alle betrifft."

Vorgeschlagen hatte einen solchen nächtlichen Lockdown auch für die Geimpften zuletzt am Sonntag Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne). Der Koalitionspartner in Person von Bundeskanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) wies dies jedoch postwendend strikt zurück. Für den Mittwoch hat Mückstein eine Neubewertung der Lage angekündigt - zehn Tage nach Inkrafttreten der "2G-Regel" am Montag vor einer Woche.

"Kleine Beschneidung" notwendig

Reich sagte dazu am Dienstagabend im ORF-"Report", sie glaube, "dass die maximalsten Maßnahmen, die wir jetzt schaffen, ohne die Geimpften stark zu beschneiden", die besten wären. Eine "kleine Beschneidung" auch der Geimpften werde aber notwendig sein. "Ich weiß aber, dass es politisch nicht einfach ist."

Als "grobe Regel" schlägt Reich vor, von allen sozialen Kontakten "quasi nur noch die Hälfte" zu bestreiten. "Ich glaube, dass Regeln immer einfach nachzuvollziehen sind und wir mit einer Bitte wahrscheinlich in dieser jetzigen Lage zu wenig haben", plädierte sie für weitere Vorgaben.

"Land unter" in Salzburg

Gefragt, ob der Alarmzustand im Land zu gering sei, verwies sie auf die sich dramatisch zuspitzende Situation in einigen Bundesländern: "Salzburg hat wirklich 'Land unter' - hier wird offen über die Triage diskutiert, hier wird offen darüber diskutiert, wohin legen wir die nächste Rettung. Deshalb bin ich für eine Notbremse: Alles runterfahren, was nicht notwendig ist, uns in einen gewissen Modus begeben, der der Lage da draußen entspricht" - in einen "Krisenmodus".

Auf die Frage, ob es auch einen generellen Lockdown für alle (auch tagsüber) in besonders stark betroffenen Regionen geben sollte, sagte Reich: "Wir wissen, dass der Lockdown die härteste Maßnahme ist. Er ist aber auch - wenn es ein wirklich guter Lockdown ist - eine gute Maßnahme. Die ist wohlüberlegt und wird keinem einzigen Landeshauptmann leichtfallen."

Sympathien für die Vorschläge Reichs ließ im Anschluss der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) erkennen:

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