MINISTERRAT: ZADIC / NEHAMMER

© APA/HELMUT FOHRINGER / HELMUT FOHRINGER

Politik Inland
09/07/2021

Regierung führt den Rechtsextremismus-Bericht wieder ein

2002 wurde die jährliche Publikation abgeschafft. Mit der Wiedereinführung geht eine langjährige Forderung von SPÖ und Grünen in Erfüllung.

Die türkis-grüne Bundesregierung stellt die Weichen für die Wiedereinführung eines jährlichen Rechtsextremismus-Berichts. Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) und Justizministerin Alma Zadic (Grüne) legen dem Ministerrat am Mittwoch einen entsprechenden Antrag vor. Der Bericht soll unter Führung der beiden Ministerien und des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) ab 2021 wieder einmal pro Jahr erscheinen.

Den Rechtsextremismus-Bericht gab es in Österreich bereits bis zum Jahr 2002, dann wurde er unter Schwarz-Blau abgeschafft. Seitdem widmete sich dem Thema nur ein Kapitel im Verfassungsschutzbericht. Mit der Wiedereinführung einer eigenständigen Publikation geht eine langjährige Forderung von SPÖ und Grünen in Erfüllung.

Qualitative Vertiefung

Im Ministerrats-Antrag heißt es, der Verfassungsschutzbericht biete vor allem quantitative Informationen über die rechtsextreme Szene. Der neue Bericht solle diese qualitativ vertiefen, das sei nötig, um "Erscheinungsformen und nachrichtendienstliche Erkenntnisse" zur Gänze abzubilden. Dadurch könne man "ein verständliches und auch für die Öffentlichkeit sichtbares Gesamtbild der rechtsextremen Szenen" darstellen.

Rechtsextremismus wird in dem Dokument als ernste und zunehmende Bedrohung beschrieben, als Beispiel sind die jüngsten Razzien mit Waffenfunden genannt. Der Bericht solle der "Modernisierung, Professionalisierung und Internationalisierung" der Szene Rechnung tragen und der Gewaltbereitschaft entgegenwirken. Eigens genannt wird auch die "Geschlechterfrage im Zusammenhang mit Rechtsextremismus, Neonazismus und Rechtsrevisionismus".

Zur Erstellung des Berichts sollen die Wissenschafterinnen und Wissenschafter des DÖW Zugang zu Informationen aus Innen- und Justizministerium bekommen. Die budgetären Mittel stellen die beiden Ressorts bereit.

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