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Politik Inland
10/03/2019

Mölzer sorgt für Eklat im TV: "Ewald, du bist ein Trottel"

"Oberspesenritter", "Denunziant" und "Trottel" - die Ex- Parteikollegen Stadler und Mölzer lieferten sich einen Schlagabtausch im Fernsehen. Letzterer verließ die Sendung.

Im blauen Dunstkreis schenkt man sich gegenseitig derzeit nichts. Am gestrigen Mittwochabend saßen einander im Rahmen der Puls-4-Diskussionssendung Pro und Contra unter anderem der frühere FPÖ-Politiker Ewald Stadler und der ehemalige freiheitliche EU-Parlamentarier und Zur Zeit-Herausgeber Andreas Mölzer gegenüber. 

Das beinhaltete ordentlichen Zündstoff. Zum Thema Spesenaffäre stichelte Stadler: „Der Andreas Mölzer gehört zu den Oberspesenrittern dieser Partei. Deswegen hat er auch nie den Mund aufgemacht. Jetzt, wo der Strache weg ist, macht er den Mund auf. Und spielt sich als moralischer Apostel auf.“

Er möge sich zurückhalten, konterte Mölzer in Richtung seines ehemaligen Parteifreundes. Doch das wollte Stadler keineswegs, er legte sogar nach: „Dieses System ist ein System der Bedienung. Du lebst seit 40 Jahren von der Partei“, schoss er scharf in Richtung Mölzer.

Da wurde es diesem zu viel. "Ewald, du bist ein Trottel", sagte er, stand auf und ließ sich trotz mehrmaliger Bitten der Moderatorin nicht überreden, im Studio zu bleiben. Im Gehen nannte er Stadler noch einen "Denunzianten, der strafrechtlich verurteilt wurde". Und: "Ich bin froh, dass ich mit dir nicht in der gleichen Partei bin. Wiederschaun!"

"Komm gut heim", schloss Stadler ironisch. Da waren gerade einmal acht Sendungsminuten vorbei.

"Haiders Dobermann"

Der Vorarlberger Stadler wurde 1996 geschäftsführender FPÖ-Klubchef neben Jörg Haider, ab 1999 war er FPÖ-Landesrat in Niederösterreich, später Volksanwalt und schließlich auch EU-Abgeordneter (letzteres für das BZÖ). Wegen seiner stramm deutschnationalen Haltung und seiner scharfen Rhetorik hatte Stadler in den 90er Jahren den Beinamen „Haiders Dobermann“.

Mit Haider wie mit Heinz-Christian Strache lieferte sich Stadler später mehrere Schlammschlachten. Das Wiener Landesgericht sah es zum Beispiel als erwiesen an, dass Stadler kurz vor Weihnachten 2006 Johann Gudenus gedroht hat, Wehrsport-Bilder von Strache in Militäruniform zu veröffentlichen. Solche Fotos landeten im Jänner 2007 in den Medien. Im März 2007 trat Stadler aus der FPÖ aus.

2014 wurde Stadler aufgrund der Geschehnisse vom Dezember 2006 nicht rechtskräftig zu einer bedingten Haftstrafe von 14 Monaten wegen Nötigung und falscher Zeugenaussage verurteilt. Das Oberlandesgericht reduzierte die bedingte Haft auf 12 Monate, bestätigte aber vollinhaltlich das Ersturteil. Darauf spielte Mölzer mit seinem Anwurf des „strafrechtlich verurteilten Denunzianten“ an.