Politik | Inland
31.01.2012

Minister zu mieten

Hubert Gorbachs Auftritt im U-Ausschuss wird zur Abrechnung mit einer Ära.

Seine langjährige Sekretärin will sich der Aussage vor dem Korruptions-Ausschuss entschlagen. Vor der Justiz hat sie ihren Ex-Chef aber bereits massiv belastet. Am Mittwoch soll Hubert Gorbach im Parlament den Abgeordneten Rede und Antwort stehen.

Der Mann, dem Vorarlberg „too small“ wurde, nutzte einst das Wiener Parkett als Showbühne. Als Minister posierte er für ein wenig Publicity in allen Lebenslagen: Hoch zu Ross, im Crash-Simulator des ÖAMTC, mit roter ÖBB-Mütze oder in Anzug und Krawatte absprungbereit auf der Berg-Isel-Schanze – Gorbi urbi et orbi, aber einer von uns.

Alles Schimäre – hinter den Kulissen frönte er offenbar einer anderen Leidenschaft: Gier ist geil. Denn der nach außen hin leutselige Politiker ist drauf und dran, zur Symbolfigur für eine Ära zu werden – eine, in der lieber genommen als gegeben wurde. Als die Orangen noch regierten, floss von staatsnahen Firmen Geld in sechsstelliger Höhe in deren Kassen. Als „Leistungsnachweis“ reichten ein paar übers Wochenende zusammengeschusterte „Studien“-Seiten. Der U-Ausschuss will nun zu Recht dringend wissen: Wie weit gingen die Vorausleistungen, dass es auch nach Gorbachs Heimgang ins kleine Vorarlberg große Scheine regnete?

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