Politik | Inland
29.09.2018

Migration: Schönborn lobt "Willkommenskultur" in Pfarren

Gleichzeitig merkte er kritisch an, dass dabei mit Polemisierung Politik gemacht werde.

Kardinal Christoph Schönborn hat am Samstag via Kurznachrichtendienst Twitter all jenen gedankt, die sich für Flüchtlinge und deren Integration einsetzen. Er lobte die " Willkommenskultur" in den Pfarren, gleichzeitig merkte er kritisch an, dass bei diesem Thema mit Polemisierung Politik gemacht werde. Aufhorchen ließ er auch mit einem (wieder gelöschten) Tweet zum Thema weibliche Diakoninnen.

"Ich danke allen, die sich einsetzen für Flüchtlinge und ihre Integration", schrieb Schönborn am Samstag. "Wir wissen, dass sich das Klima in unserem Land gewandelt hat. Heute kann man Wahlkampf machen, indem man gegen Flüchtlinge und Immigration polemisiert. Unsere erste Antwort ist die Arbeit an der Basis."

Und "die Willkommenskultur in unseren Pfarren" sei "kein zusätzlicher Dienst, sondern Grundhaltung der Jünger Jesu", betonte der Wiener Erzbischof. "Ich zitiere Andre Heller: 'Die Weltmuttersprache ist das Mitgefühl.' Das ist Kern der christlichen Botschaft", so der Kardinal. Er appellierte an die Gläubigen, weiterhin Hilfe zu gewähren: "Bitte lasst eure Kirchen offen. Ich verstehe nicht, wie es eine Gemeinde aushält: der Herr ist da und die Kirchentüren sind zu. Wie geht das? Ich versteh das nicht."

"Vielleicht darf ich auch einmal Frauen zu Diakoninnen weihen"

Mit ungewöhnlichen offenen Worten meldete sich der Kardinal kurzzeitig zum Thema der weiblichen Diakone: "Ich habe eine starke Beziehung zu meinen Priestern und Diakonen. Erst kürzlich durfte ich wieder Diakone weihen. Eine große Freude. Vielleicht darf ich auch einmal Frauen zu Diakoninnen weihen...", schrieb Schönborn in einem Tweet, der allerdings nach kurzer Zeit wieder gelöscht wurde.

Der Medienreferent der Österreichischen Bischofskonferenz, Paul Wuthe, bestätigte auf Twitter nach verwunderten Nachfragen, dass dies der offizielle Account des Kardinals sei. In der Regel "tippselt" dieser aber nicht selbst, "sondern es werden z.B. Zitate von ihm verbreitet", so Wuthe. Besagter Tweet zu weiblichen Diakoninnen dürfte ein Zitat von der Weihe von 14 ständigen Diakonen im Stephansdom von vergangener Woche sein, so der Medienreferent.