Politik | Inland
02.10.2018

Metaller: Streit um Arbeitszeit geht in entscheidende Phase

Ab heute geht es in den KV-Verhandlungen ans Eingemachte. Arbeitgeber lehnen Kompensation für 12-Stunden-Tag strikt ab.

In „normalen“ Jahren geht es in den Kollektivvertragsverhandlungen „nur“ um den eigentlichen Lohnabschluss, aber heuer steht der Streit um den 12-Stunden-Tag ganz klar im Vordergrund. Zu diesem Thema geht es ab heute, Dienstag, in der Metaller-Lohnrunde sozusagen ans Eingemachte.

Auf 1,68 Prozent Lohnerhöhung einigten sich die Verhandler für das Jahr 2017, auf drei Prozent verständigten sie sich für 2018. Wegen der Hochkonjunktur fordert die Gewerkschaft für 2019 nun eine Lohnerhöhung um fünf Prozent, ein Abschluss rund um den Vierer vor dem Komma wird erwartet.

Doch zusätzlich soll der 12-Stunden-Tag kompensiert werden. Der ÖGB fühlt sich durch eine Umfrage bestätigt, bei der 61.000 Beschäftigte geantwortet haben. Die Arbeitnehmerverhandler rund um Metaller-Boss Rainer Wimmer fordern bezahlte Pausen, die 4-Tage-Woche oder einen sechsmonatigen Kündigungsschutz für jene, die Mehrarbeit ablehnen.

Das Problem dabei ist, dass die Arbeitgeber davon nichts wissen wollen und alles, was auf eine Arbeitszeitverkürzung hinaus läuft, strikt ablehnen (z.B. die 6. Urlaubswoche für alle ab 43). Metall-Fachverbands-Obmann Christian Knill hat deponiert: „Die KV-Verhandlungen sollten keine politische Bühne für Stellvertreter-Konflikte sein.“ Sprich: Adressat für das neue Arbeitszeitgesetz sei die Bundesregierung, der Verhandlungsort das Parlament.

Dorthin zurück kehrt die Materie aber nicht mehr. Die gesetzliche Möglichkeit für den 12-Stunden-Tag gibt es seit dem 1. September. Weil die Fronten verhärtet sind, laufen gewerkschaftliche Vorbereitungen auf Arbeitsniederlegungen. Nicht nur gibt es Vorratsbeschlüsse für Streiks, auch laufen in ganz Österreich spezielle Streik-Schulungen für Betriebsräte.