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Politik Inland
11/12/2019

Meischberger-Berater: Herkunft des Geldes nicht überprüft

Aussagen des Bankberaters von Walter Meischberger im Widerspruch zu früheren Aussagen des Lobbyisten Peter Hochegger.

Im Korruptionsprozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und andere wurde gestern, Dienstag, am 120. Prozesstag, der frühere Bankberater des Mitangeklagten Walter Meischberger bei der Hypo Investmentbank Liechtenstein (HIB) als Zeuge befragt. Christoph W. sagte aus, er habe nicht nachgeprüft, woher das nach Liechtenstein transferierte Geld komme. Meischberger habe ihm gesagt, es stamme aus Immobiliengeschäften in Osteuropa.

Dass es sich bei den Millionen um einen Großteil der 9,6 Mio. Euro schweren Provision bei der Buwog-Privatisierung gehandelt habe, habe er erst später aus den Medien erfahren, sagte Zeuge W. Die Mittelherkunft zu prüfen sei nicht seine Aufgabe gewesen, denn das Geld sei von der zypriotischen Astropolis-Gesellschaft an die US-Gesellschaft Omega geflossen, und für institutionelle Kunden sei er in der Bank nicht zuständig gewesen.

Bar-aus-bar-ein

Die Omega hatte damals, im Jahr 2005, ein eigenes Konto bei der HIB eröffnet. Für den Transfer der Millionen erhielt die Omega fünf Prozent Provision. Vom Omega-Konto bei der HIB wurde das Geld an der Kassa in bar abgehoben, und wieder in bar bei derselben Kassa eingezahlt. „Wir waren eine kleine Bank, es gab nur eine Kassa“, erläuterte der Zeuge. Diese Bar-aus-bar-ein-Transaktionen seien damals „ein ganz normales Geschäft“ gewesen, meinte der Bankberater. Es sei darum gegangen, „den Weg abzuschneiden, den paper trail“, sprich: ohne nachverfolgbare Überweisungen Geld zu transferieren.

Für die Abhebung kam jemand von der Omega-Gesellschaft in die HIB-Bank, die prompten Einzahlungen auf die von Meischberger angegebenen Konten hatte meistens der Zeuge W. durchgeführt. Da sei das Geld ja schon „in der Bank“ gewesen, daher sei das unproblematisch, meinte dieser.

Natalie, Karin, 400.815

Meischberger habe eine Dreiteilung gewünscht, die Buwog-Millionen flossen daher auf drei Konten bei der HIB: das Konto Natalie, das Konto Karin und das Konto 400.815. W. sagte, die Konten Natalie und 400.815 seien für ihn immer Meischbergers Konten gewesen, das Konto Karin hingegen sei für ihn ein Konto des (ebenfalls angeklagten aber gesundheitlich verhinderten) Maklers Ernst Karl Plech. Meischberger hingegen sagte aus, alle drei Konten hätten ihm gehört, Plech habe das Geld am Konto Karin nur treuhändisch für ihn veranlagt.

Die Staatsanwaltschaft wiederum ordnet in ihrer Anklage das Konto Karin Plech zu, das Konto 400.815 sei Grassers Konto – was dieser und Meischberger sowie auch W. bestreiten.
Widersprüche taten sich in der Befragung auch zwischen der heutigen Zeugenaussage und früheren Aussagen des mitangeklagten (wegen eines Reha-Aufenthalts entschuldigten) Lobbyisten Peter Hochegger auf: Der Zeuge erklärte, er habe Hochegger keinen Zettel über die Aufteilung des Geldes auf drei Konten in Liechtenstein gezeigt. Er habe mit Hochegger im Jahr 2005 nur die technischen Modalitäten der Überweisungen von der zypriotischen Astropolis zur US-Gesellschaft Omega besprochen. Denn was danach mit dem Geld geschehe, das gehe Hochegger ja nichts an, meinte W. heute.

Hochegger hatte hingegen bei einer früheren Aussage erklärt, W. habe ihm einen Zettel gezeigt, auf dem die Aufteilung auf drei Konten verzeichnet war: Ein Konto gehöre Meischberger, eines Plech und eines Grasser.

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