Mehr als 30 Jahren stand der gebürtige Steirer im Dienst der Grünen – nun kandidiert er bei der NR-Wahl mit einer eigenen Liste. Aber auch davor war der studierte Volkswirt politisch durchaus umtriebig.
Zu Studentenzeiten war er Teil einer Gruppe, aus denen heute politische Gegner hervorgingen: Pilz war beim VSStÖ aktiv, umringt von späteren Konkurrenten wie Josef Cap, Michael Häupl oder Renate Brauner (Bild).
Mit dem jetzigen Wiener Bürgermeister (hier auf einer Archivaufnahme aus Kommunalpolitik-Zeiten) überwarf sich der Kapfenberger dann aber - es folgte der Beitritt zur Gruppe Revolutionärer Marxisten, einer Trotzkisten-Initiative, bei der er sich auf Uni-Ebene engagierte. Mit Pilz in den Reihen der linken Studenten aktiv: die Publizisten und Journalisten Robert Misik, Raimund Löw und Georg Hoffmann-Ostenhof.
Doch auch dort hielt es den umtriebigen Pilz nicht allzu lange. Der Protest gegen das Kraftwerk Zwentendorf und die Besetzung der Hainburger Au fungierten als Grundsteine für die poltische Grün-Bewegung in Österreich – mittendrin war damals auch Peter Pilz.
Zwei Jahre später kannte seinen Namen die ganze Nation: Noricum und Lucona. Beide Causen wurden vor einem U-Ausschuss verhandelt, Pilz war damals wie heute bei der Recherche und Nachverfolgung an vorderster Front.
Nach zwei Jahren legte er den Vorsitz zugunsten von Madeleine Petrovic zurück. Es folgten Jahre der internen Querelen bei den Grünen, die erst Alexander van der Bellen – zumindest nach außen hin – beilegen konnte; belohnt wurde dies mit Zugewinnen bei den Nationalratswahlen 1999.
In den vergangenen Monaten sorgte er immer wieder für mediales Aufsehen und innerparteiliche Aufregung. Ob Eurofighter, politischer Islam oder Zustand der Grünen: Peter Pilz hatte was zu sagen.
Dort ist er in der Abstimmung um den vierten Listenplatz dem Jugend-Kandidaten Julian Schmidt unterlegen. Er lehnte es ab, für einen Listenplatz weiter hinten zu kandidieren, auch einen von der Parteiführung angebotenen Vorzugsstimmenwahlkampf schlug er aus.
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