Politik | Inland
10.07.2018

Liste Pilz: Bohrn-Mena aus Parlamentsklub entlassen

© Bild: APA/GEORG HOCHMUTH

Nach Austritt aus Partei wurde jetzt das Dienstverhältnis mit dem Klub gelöst. Born-Mehna will rechtlich gegen seine Entlassung vorgehen.

Die Liste Pilz kommt personell nicht zur Ruhe: Nachdem Sebastian Bohrn-Mena seine Parteimitgliedschaft zurückgelegt hat, hat er seinen Job im Parlamentsklub verloren. "Das Dienstverhältnis wurde gelöst", bestätigte Klubobmann Bruno Rossmann gegenüber der APA. Abgeordneter war Bohrn-Mena, der etwa als "Tierschutz-Sprecher" der Liste Pilz agierte, freilich ohnehin nie.

"Klubschädigendes Verhalten"

Grund für die Auflösung des Dienstverhältnisses soll laut dem Medienbericht "klubschädigendes Verhalten" gewesen sein. Rossmann wollte das auf APA-Anfrage nicht kommentieren. Es handle sich um "interne Angelegenheiten". Parteigründer Peter Pilz selbst wollte am Dienstag keine Stellungnahme abgeben.

Am Wochenende hatte Bohrn-Mena kundgetan, die Partei zu verlassen, weil dort eine "autoritäre, fast demokratiefeindliche Umgangsweise mit Parteimitgliedern" herrsche. Im Klub wollte er aber weiter aktiv bleiben. Für ein Mandat hatte es freilich nicht gereicht, Bohrn-Mena war lediglich im Klub als Mitarbeiter angestellt und bearbeitete unter anderem die Themen Tierschutz und Kinderrechte. Maria Stern, die Anfang August zur Parteichefin gewählt werden soll, bekommt als Frauensprecherin ohne Mandat nach eigenen Angaben 5.000 Euro monatlich von der Partei. Das Dienstverhältnis zwischen Bohrn-Mena und Klub wurde nun gelöst, damit hat er keine Rolle mehr in der Partei, wie es seitens der Liste Pilz zur APA hieß.

Bohrn-Mena will klagen

Bohrn-Mena will gegen seine Entlassung rechtlich vorgehen. Er sei "bestürzt", dass die Entlassung öffentlich gemacht worden sei, sagt Bohrn-Mena in einem Interview mit dem Sender "Puls 4", das Mittwochabend in der Talksendung "Wie jetzt?" ausgestrahlt wird: "Jetzt werden wir das entsprechend gerichtlich fortsetzen, denn ich habe nicht vor, das einfach hinzunehmen. Ich werde mich dagegen wehren."

Allerdings sagt Bohrn-Mena auch, er hoffe weiterhin, "dass wir eine Lösung finden". Er habe zuletzt versucht, mit Parteigründer Peter Pilz zu sprechen, aber der habe nicht abgehoben, stattdessen öffentlich die Unwahrheit über ihn verbreitet und ihn als Karrieristen hingestellt. Kritik übt Bohrn-Mena auch an der designierten Parteichefin Maria Stern. Denn als die Abgeordnete Martha Bißmann wegen ihrer Weigerung, für Pilz das Mandat zu räumen, intern angefeindet wurde, habe Stern Bißmann nicht verteidigt, sondern im Gegenteil gesagt, sie sei selbst schuld.