Lehrer: Anrechnung von Vordienstzeiten soll beschleunigt werden
Das Bildungsministerium will sich gemeinsam mit dem inhaltlich zuständigen Bundeskanzleramt dafür einsetzen, dass neu ins Schulsystem einsteigenden Lehrerinnen und Lehrern ihre Vordienstzeiten schneller angerechnet werden. Das System sei "unnötigerweise sehr komplex aufgesetzt", hieß es aus dem Bildungsressort.
Derzeit müssen Quereinsteiger teils monatelang auf eine Einstufung bzw. sogar auf ihr Gehalt warten, hatte das Ö1-Morgenjournal am Mittwoch berichtet.
Geht es nach dem Ministerium, sollen Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger künftig schneller wissen, wie hoch ihre Gehälter als Lehrerinnen und Lehrer sein werden. Thematisch verantwortlich für Beamtengehälter ist das Bundeskanzleramt.
Klagen über lange Wartezeiten bei Verträgen bzw. Einstufungen durch die Bildungsdirektionen gibt es schon länger, auch voll ausgebildetes Personal ist laut Lehrervertretern davon betroffen. Auch bei der Volksanwaltschaft kennt man Beschwerden wegen der langwierigen Anrechnung von Vordienstzeiten.
12 Prozent Quereinsteiger an Schulen
Seit zweieinhalb Jahren sind allerdings deutlich mehr Personen davon betroffen als früher: Als Maßnahme gegen den Personalmangel unterrichten mehr Quereinsteiger ohne klassisches Lehramtsstudium, im laufenden Schuljahr waren es 12 Prozent der Neuanstellungen.
In der Gewerkschaft wird die politische Ankündigung, sich um eine weniger komplexe Regelung zu bemühen, begrüßt. Fälle, in denen Lehrer monatelang gar nichts bezahlt bekommen, sind laut GÖD-Chef Eckehard Quin zwar selten. Es handle sich dabei aber klar um Behördenversagen. Vor einigen Jahren sei es sogar vorgekommen, dass Personen trotz Arbeit nicht bei der Krankenversicherung angemeldet waren. "Inakzeptabel, das geht nicht", sagte er im ORF-Radio.
Kommentare