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Politik Inland
10/01/2012

Landwirtschaftsressort verteidigt Homepage-Kosten

4,39 Millionen Euro soll das Ministerium von Nikolaus Berlakovich für die Erstellung einer Homepage ausgegeben haben. Nun wird dementiert. Es handle sich bei der Summe um die Gesamtkosten bis 2015.

Das Landwirtschaftsministerium hat am Montag die Kosten für den Relaunch der Ressort-Homepage verteidigt. Die Neugestaltung sei im November 2011 mit der Online-Schaltung der Seite abgeschlossen worden und habe 1,35 Mio. Euro gekostet. Die in Medien genannte Summe von 4,39 Mio. Euro seien die Gesamtkosten für das Content Management System (CMS) und inkludierten viel mehr, hieß es in einer Aussendung.

Die 4,39 Mio. Euro, die einem Rohbericht des Rechnungshofes entnommen wurden, inkludierten sowohl laufende Betreuungskosten, Software, Informationssicherheit und Wartung als auch Weiterentwicklungen, wie den Relaunch der Homepage, für den Zeitraum 2011 bis 2015, betonte das Ministerium. "Der Umstieg auf ein neues CMS war eine technische Notwendigkeit. Insgesamt werden die Kosten des alten Systems durch das neue System reduziert."

Im Vorfeld der Aussage von VP-Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich im Korruptions-Untersuchungsausschuss war die Öffentlichkeitsarbeit seines Ressorts ins Blickfeld gerückt: Die "Presse" hatte über einen Rohbericht des Rechnungshofs berichtet, in dem die Prüfer einiges an der Inserate-Praxis des Ministeriums zu beanstanden hätten, und eben auch am Relaunch der Homepage. Ressortchef Nikolaus Berlakovich gab sich am Montag wortkarg und verwies im Ö1-"Mittagsjournal" darauf, dass er am morgigen Dienstag im parlamentarischen Korruptions-Untersuchungsausschuss zur Inseratenvergabe der Regierung Stellung nehmen wird.

Kritik an Berlakovich kam indes vom BZÖ: "Die Bauern lässt der Landwirtschaftsminister mit ihren Existenzängsten im Regen stehen, aber für Eigen-PR sind immer genügend Zeit und Geld da", echauffierte sich BZÖ-Agrarsprecher Gerhard Huber.

4,39 Millionen für neue Homepage

Der RH moniere überdies, dass im Jahr 2010 bei 94 Prozent der Schaltungen Fotos des Ministers abgedruckt worden seien. Kritik übten die Prüfer weiters am Zukauf externer Beratungsleistungen sowie an den Kosten für den Relaunch der Homepage des Ministeriums. Es geht dabei um 4,39 Millionen Euro. Der Relaunch soll ohne Ausschreibung und zu teuer erfolgt sein. Der Webauftritt-Relaunch des Parlaments soll im Unterschied dazu rund 1,93 Millionen Euro gekostet haben.

Berlakovichs Büro erklärte gegenüber der Presse, man habe den Rohbericht erst am Donnerstag erhalten und nun drei Monate Zeit zur Stellungnahme. Das Ministerium will die Punkte genau prüfen, denn schließlich müssten die Ansichten des Rechnungshofs nicht immer den Tatsachen entsprechen, hieß es demnach. Verbesserungsvorschläge seien selbstverständlich willkommen und würden auch umgesetzt.

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