"Krüppel"-Tweet: Hundstorfer entschuldigt sich

Nahaufnahme eines Mannes mit grauen Haaren und hellen Augen.
Ein SP-Mitarbeiter widmete dem behinderten FP-Nationalratspräsidenten Norbert Hofer Qualtingers "Krüppellied".

SP-Präsidentschaftskandidat Rudolf Hundstorfer hat sich am Freitag für einen geschmacklosen Tweet eines Mitarbeiters der Parteizentrale entschuldigt. Ein SP-Angestellter hatte dem nach einem Unfall behinderten FP-Nationalratspräsidenten Norbert Hofer Helmut Qualtingers "Krüppellied" gewidmet. Wie Hundstorfers Sprecher sagte, hat sich der Sozialminister dafür bei Hofer entschuldigt.

Der gelernte Flugzeugtechniker Norbert Hofer leidet seit einem Absturz mit einem Kleinflugzeug im Jahr 2003 an einem inkompletten Querschnittssyndrom.

Tweet mittlerweile gelöscht

FP-Generalsekretär Herbert Kickl hatte Hundstorfer zuvor aufgefordert, den Urheber des Tweets, den Parteimitarbeiter Paul Pöchhacker, aus seinem Wahlkampf-Team abzuziehen. Pöchhacker hatte das "Krüppellied" mit dem Hinweis "Für Hofer Norbert" via Twitter verbreitet. Laut einem Medienbericht entschuldigte sich Pöchhacker "aufrichtig für diese Grenzüberschreitung zwischen Scherz und Geschmacklosigkeit und wollte niemanden verletzen". Der Tweet wurde mittlerweile gelöscht.

Der Dritte Nationalratspräsident Hofer betonte gegenüber der APA, er habe die Entschuldigung angenommen und Hundstorfer habe ihm versichert, dass der Mitarbeiter nicht in seinem Wahlkampfteam sein werde. In der SP-Zentrale hieß es dazu allerdings lediglich, dass es derzeit noch kein Wahlkampfteam gebe, in dem Pöchhacker mitarbeite.

Qualtingers Version

Dar "Krüppellied" stammt vom Kabarettisten Peter Hammerschlag. In Helmut Qualtingers Interpretation wurde es mit Textzeilen wie "Wenn ich mal trüber Laune bin, dann geh' ich zu den Blinden und lache mir den Buckel krumm, wenn sie die Tür nicht finden" zum morbiden Klassiker, aber, wie Hofer betont: "Wenn man diesen Text eines Liedes jemandem widmet, dann ist das besonders schlimm." Letztlich laufe das auf eine "Beleidigung aller behinderten Menschen" hinaus. Und: "Man wird sehen, ob sich die SPÖ von dem Mitarbeiter trennt."

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