Turbulenzen in der FPÖ: Jenewein Rauswurf nach Anzeige gegen eigene Partei

Turbulenzen in der FPÖ: Jenewein Rauswurf nach Anzeige gegen eigene Partei
Der ehemalige FPÖ-Mandatar trat am Donnerstag aus der Partei aus. Grund soll, wie der KURIER erfuhr, eine anonyme Anzeige gegen die Wiener FPÖ sein

Sein Name war nach kurzer Zeit verschwunden. Anstelle der Kurzbeschreibung von Hans Jörg Jenewein erscheint nun eine Fehlermeldung auf der Website der Wiener FPÖ-Landesgruppe. Jenewein gab am Donnerstag seinen Austritt aus der FPÖ bekannt.

Der ehemalige blaue Nationalratsabgeordnete und Bruder von FPÖ-Mandatarin Dagmar Belakowitsch, war zuletzt in der Wiener Ländergruppe tätig. Bereits vor seinem Austritt war Jenewein in der FPÖ einige Male in die Kritik geraten. Nun soll ein parteiinterner Konflikt in der Wiener FPÖ zu Jeneweins Parteiaustritt geführt haben.

Kolportierter Grund soll eine aufsehenerregende Tonaufnahme sein. Angeblich soll Jenewein ein Treffen mit seinem damaligen FPÖ-Parteikollegen Markus Tschank und Sigma-Chef Markus Braun heimlich aufgezeichnet haben.

Brisant ist das, weil das aufgezeichnete Gespräch den Verdacht nahelegt, dass FPÖ-Chef Herbert Kickl in eine Konstruktion von parteinahen Vereinen involviert war, zu der die WKStA ermittelte. Tschank soll in dieser Aufzeichnung berichtet haben, er habe sich 2015 mit Kickl in dessen Büro getroffen. Kickl habe auch den Vereinsnamen „Austria in Motion“ konzipiert. Die WKStA hatte schon im Nachhall des Ibiza-Videos Ermittlungen wegen des Verdachts verdeckter Parteispenden aufgenommen – diese wurden teilweise wieder eingestellt.

Das soll aber nur der vorgeschobene und nicht der wahre Grund dafür sein, warum Jenewein nicht mehr Teil der „Freiheitlichen Familie“ ist. Wie der KURIER aus FPÖ-Kreisen erfuhr, geht es vielmehr um einen bislang noch nicht an die Öffentlichkeit gelangten Fund bei einer Hausdurchsuchung bei Jenewein.

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