Politik | Inland
18.01.2018

Gedenkjahr: Kultusgemeinde boykottiert FPÖ

Die Israelitische Kultusgemeinde will Gedenktermine mit blauen Ministern meiden und plant stattdessen eigene Parallelveranstaltungen.

Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) will im heurigen Gedenkjahr Veranstaltungen boykottieren, an denen auch FPÖ-Minister teilnehmen. Die jüdische Gemeinde plant stattdessen eigene Parallelveranstaltungen. Den ersten Boykott könnte es laut Berichten von Presse und Heute bereits Ende Jänner anlässlich des Holocaust-Gedenktags geben.

Die Kultusgemeinde hatte erst vergangene Woche in einer Vorstandssitzung beschlossen, weiterhin keine politischen Kontakte zu Vertretern der FPÖ unterhalten zu wollen, auch nicht zu Regierungsmitgliedern. Begründet wurde die Ablehnung der FPÖ damit, dass die in der freiheitlichen Partei stark verankerten deutschnationalen Burschenschaften Vordenker des politischen Antisemitismus gewesen seien.

"Nicht die Hand reichen"

IKG-Präsident Oskar Deutsch hatte danach gegenüber israelischen beziehungsweise jüdischen Medien erklärt, dass man nicht an Gedenkveranstaltungen teilnehmen werde. "Wenn Minister der Freiheitlichen anwesend sind - und ich bin sicher, dass sie das sein werden - werde ich nicht imstande sein, ihnen die Hand zu reichen. Das heißt, dass die jüdische Gemeinde nicht teilnehmen wird", so Deutsch.

Bei den Freiheitlichen bedauert man den geplanten Boykott von Gedenkveranstaltungen mit FPÖ-Beteiligung. "Ein solcher Entschluss der IKG wäre sehr bedauerlich. Ich möchte festhalten, dass meine Türen für Gespräche über vertrauensbildende Maßnahmen immer offen sind und bleiben", meinte Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) gegenüber der "Presse".