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Liveticker
06/11/2015

Hypo-U-Ausschuss: Wirtschaftsprüfer im Zeugenstand

Heute sind eine Hühnerfarm und angebliche Kickbacks im Fokus.

Tag 12 mit Zeugenbefragungen im Hypo-Untersuchungsausschuss im Parlament. Heute Vormittag steht Ex-Deloitte-Wirtschaftsprüfer Erich Kandler Rede und Antwort. Danach ist OeNB-Bankenprüfer Peter Mayerhofer am Wort.

Hypo-U-Ausschuss: Wirtschaftsprüfer im Zeugenstand

Guten Morgen aus dem Parlament
Heute steht der U-Ausschuss ganz im Zeichen der Prüfer. Am Vormittag wird Wirtschaftsprüfer Erich Kandler als Auskunftsperson aussagen. Auf ihm folgt OeNB-Bankenprüfer Peter Mayerhofer.

Nicht medienöffentlich
Wie schon gewohnt werden die Medienvertreter am Anfang eines Sitzungstages aus dem Saal gebeten. Die Ausschussmitglieder debattieren über die Geschäftsordnung.

Kurze Stellungnahme von Hable
HAböe (NEOS) stellt sich am Gang kurz vor die Kameras. Er sagt, dass die Aussagen der OeNB über die Kick-back-Zahlungen nicht glaubwürdig seien. Er hoffe, dass heute die Wahrheit auf dem Tisch kommt.

Krainer sieht Knochenarbeit
Krainer (SPÖ) sagt am Gang, dass der U-Ausschuss gerade auf einer mühsamen Ebene sei. Es gebe in einem U-Ausschuss nicht jeden Tag einen "Heuler". Das gehöre einfach dazu, so der Abgeordnete. "Das ist eben eine Knochenarbeit."

Tamandl will Informationen über Aktenvermerk
Tamandl (ÖVP) sieht den Aktenvermerk über die Kick-back-Zahlung im Fokus des heutigen Tages. Gestern hätten sich die Zeugen oft "gewindet". Aber keine Antwort sei auch eine Antwort. Manchmal sei es bezeichnet, auf was keine Antwort gegeben wird, so Tamandl weiter.

Spannender Zeuge
Besonders Kandler könnte heute für Spannung sorgen. Sein Aktenvermerk über den Verdacht von Kick-back-Zahlungen in der Causa Pruris wird wohl im Mittelpunkt der Befragung stehen. 2007 wies der Wirtschaftsprüfer auf Ungereimtheiten hin, um ein Monat später die Vorwürfe wieder zurückzuziehen.

Kogler sieht Aufsichtsrat in Verantwortung
Für Kogler (Die Grünen) spielen die Wirtschaftsprüfer eine zentrale Rolle. Diese hätten aus der Rechtslage heraus tiefer prüfen müssen. Die größte "Versagensverantwortung" habe aber der Aufsichtsrat, so der Abgeordnete. Die heutigen Aussagen sollen die Vorwürfe gegen den Aufsichtsrat verdichten.

Wir dürfen in den Saal
Der medienöffentliche Teil der Sitzung beginnt. Vorsitzende Bures (SPÖ) eröffnet.

Pilgermair eröffnet mit Belehrung
Verfahrensrichter Pilgermair klärt den Zeugen über seine Rechten und Pflichten auf. Kandler hat eine Vertrauensperson dazugezogen.

Eingangsstatement
Kandler will mit einer einleitende Stellungnahme beginnen. Er wolle klarstellen, dass er erst ab 2009 als Prüfer bei der Hypo tätig war. Im Fall Puris habe er den Kontakt zu den behördlichen Prüfer gesucht. Durch den Wechsel von Kulterer vom Vorstand zum Aufsichtsrat hätten sie kein höhere Instanz gehabt, bei der sie vorsprechen konnten, so der Zeuge.

Bedachte Aussagen
Er dürfe kein Gerichtsverfahren durch Aussagen beeinflussen, so Kandler. Das gelte auch für das Zivilverfahren Heta gegen Bayern LB. Er müsse vor jeder Aussage dies bedenken, so der Zeuge weiter.

"FC Bayern gegen ..."
Das Land Kärnten und insbesondere Haider hätten die Entwicklung der Hypo Gruppe erheblich beeinflusst, so der Zeuge. Der Verkaufsdruck aufgrund der Anleihen hätte 2007 eine bessere Verhandlungsbasis verhindert. Der Ausstieg der BLB war so wie "FC Bayern gegen ... auf jeden Fall nicht FC Barcelona", so Kandler über die Verstaatlichung der Hypo.

Insolvenz hätte Folgen
Eine Insolvenz der Hypo wäre zulasten der anderen Hypos gegangen, so Kandler. Danach auf Kosten des Haftungsträger, dem Land Kärnten. Auch die anderen Banken hätte eine Insolvenz getroffen, so der Zeuge weiter.

Kandler plädiert für weniger Staat
Der Staat solle sich aus dem Wirtschaftswesen und besonders aus den Banken heraushalten, so Kandler.

Keine Einflussnahme
Pilgermair fragt nach Einflussnahmen. Er habe keinen Kontakt zum Management, Aufsichtsrat oder Eigentümer gehabt, so Kandler. Schon ab 2004 hätte er bedenkliche Informationen mit den damaligen Prüfer besprochen.

Abstimmung nur intern
Prüfungsgebiete seien nicht mit der Aufsicht abgestimmt worden, so Kandler. Das sei auch nicht üblich. Bei Deloitte intern sei natürlich über solche Themen geredet worden, so der Zeuge.

Kandler sieht Aufsicht in Verantwortung
Die Makroaufsicht des Bankensystems sei nicht Gegenstand der Wirtschaftsprüfung, so Kandler. Dafür sei die behördliche Aufsicht verantwortlich.

Swaps waren keine Swaps
Pilgermair fragt, wie die Swap-Verluste in der Bilanz versteckt werden konnten. Es seien gar keine Swaps gewesen, so Kandler. Vielmehr wären die Verluste Spekulationen gewesen, die nicht aufgegangen sind. Diese seien dann als Anschlusskreditgeschäfte verschoben worden. Dazu komme die "Allmacht" von Kulterer.

Podgorschek eröffnet Fragerunde
FPÖ-Fraktionsführer Podgorschek legt einen Aktenvermerk über ein Telefonat mit FMA-Vorstand Helmut Ettl vor. Laut dem Akt sagte der Zeuge zu Ettl, dass sein Vertrauen zu der Bank erschüttert sei. Dass Kulterer in den Aufsichtsrat kam sei ein großes Problem gewesen, so Kandler. Normalerweise gehe man zum Aufsichtsrat, falls man als Wirtschaftsprüfer kein Vertrauen mehr zum Vorstand hat. Deswegen hätte er Kontakt zur Aufsicht gesucht, so der Zeuge weiter.

Mandatszurücklegung stand im Raum
Im Telefonat wäre auch eine Zurücklegung des Mandats Thema gewesen, so Kandler. Es sei aber nicht "Grundtenor" des Telefonats gewesen, so Kandler.

Aktenvermerk über Kick-back-Zahlung
Kandler spricht über Puris. Die anfänglichen Vorwürfe über mögliche Kick-back-Zahlungen hätten sich nicht verdichtet. Er hätte das nicht weiter verfolgen können, so der Zeuge. Zur Staatsanwalt hätte er sowieso nicht gehen können. Erst nach jahrelangen Ermittlungen der CSI-Hypo sei die Causa aufgekommen, gibt Kandler zu bedenken.

Aktie Hypo unverkäuflich
Podgorschek (FPÖ) spricht die Swap-Verluste an. Nach dem Aufkommen der Verluste wäre eine "Aktie Hypo" unverkäuflich gewesen, so Kandler. Der geplante Börsengang sei deswegen gestorben.

Verdacht nicht mit Confida geteilt
Tamandl (ÖVP) fragt, nach dem Jahresabschluss 2006. Die Abgeordnete will wissen, ob es Kontakt mit dem Co-Prüfer Confida gab. Kandler verneint. Tamandl wundert sich, dass trotz bestehenden Verdacht, nicht mit dem Mitprüfer gesprochen wurde.

Deloitte zog Bilanz zurück
Tamandl (ÖVP) fragt nach der Zurückziehung des Bestätigungsvermerk im Jahr 2006. Grund war damals das Aufkommen der Swap-Verluste aus dem Jahr 2004. Das sei ein einmaliger Vorgang für Deloitte gewesen, so Kandler. Was genau der Auslöser für das Aufkommen der Verluste war, könne er nicht sagen, so Kandler.

Kulterer wird Thema
Tamandl (ÖVP) spricht den Wechsel Kulterers in den Aufsichtsrat an. Kurz bevor die FMA eine Amtsenthebungsverfahren einleiten konnte, wechselte Kulterer vom Vorstand in den Aufsichtsrat.

Kulterer-Wechsel kein Grund für Mandatszurücklegung
Nach dem damaligen Wissensstand sei der Wechsel Kulterers aber kein Grund gewesen das Mandat zurückzulegen, so Kandler. Es hätte auch Stimmen gegeben, dass Kulterer im Aufsichtsrat "weniger anstellen" könne.

Kogler fragt nach Aufsichtsrat
Kogler (Die Grünen) fragt nach Wahrnehmungen des Zeugens über den Aufsichtsrat. Kandler spricht den Wechsel Mosers vom Wirtschaftsprüfer zum Aufsichtsrat an. Der ehemalige Chef des Hypo-Prüfers Confida wurde zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Hypo bestellt.

Einfluss auf Deloitte-Prüfungen?
Kogler (Die Grünen) zitiert ein Dokument. Demnach hätte Moser intensiven Kontakt mit einem Deloitte-Prüfer gehabt. Vorwürfe der Einflussnahme auf die Prüfungen von Deloitte stehen im Raum. Kandler will sich mit seiner Vertrauensperson beraten. Bures unterbricht die Sitzung.

Beratung dauert an
Es ist ungewöhnlich, dass sich eine Auskunftsperson so lange mit seiner Vertrauensperson berät.

Es geht gleich weiter
Kandler hat sich 15 Minuten lang mit seiner Vertrauensperson beraten. Davor sagte er , dass er "entsetzt" über das Dokument sei.

Verfahrensanwalt schaltet sich ein
Kogler (Die Grünen) zitierte aus einer Anzeige der Staatsanwaltschaft München. Verfahrensanwalt Hoffmann gibt zu bedenken, dass es zu wenig Informationen über das Dokument gibt. Kogler versucht die aufkommenden Fragen des Verfahrensanwalt zu beantworten.

Was zitiert wurde
Dem Dokument nach, erstellte ein Deloitte-Prüfer "unter dem Mantel Deloittes für die Hypo Alpe Adria betrügerische Testate über nicht existierende Gelder, Grundstücke, Häuser usw." Dazu sei der Prüfer "von KHM (Karl Heinz Moser) gesteuert" gewesen. Schwerwiegende Vorwürfe gegen Deloitte.

Kandler von Vorwürfe überrascht
Kandler erklärt die Zusammenarbeit mit Confida und wie Deloitte zum Prüfungsauftrag kam. Alle genannten Vorwürfe seien ihm neu, so Kandler. Er könne sich auch nicht vorstellen, dass sie stimmen. Wahrgenommen habe er jedenfalls nichts, so der Zeuge weiter.

Verdacht auf illegale Vereinigung
Kogler (Die Grünen) zitiert den Betreff des Dokuments: "Verdacht einer illegalen Vereinigung zum Schaden der Bayern LB".

Dokument nur "Materialbeschaffung"?
Er weise es auf schärfste zurück, dass es bei Deloitte Gefälligkeitsgutachten gebe, so Kandler. Er würde Vorwürfe aus Bayern nur mit Vorsicht übernehmen. Kandler stellt in den Raum, dass es sich um "Materialbeschaffung" der Bayern für die bevorstehenden Verhandlungen handeln könnte.

Wieder Kick-back-Zahlungen Thema
Lugar (Team Stronach) kommt wieder auf den Aktenvermerk über die Kick-back-Zahlungen zurück. Er selbst habe keine Dokumente über Zahlungen gesehen, so Kandler. Wenn sie sich sicher gewesen wären, dass die Vorwürfe stimmen, hätten sie nicht die FMA anrufen müssen.

Lugar hakt nach
Lugar (Team Stronach) gibt zu bedenken, dass Kandler beim Telefonat mit Ettl über Zahlungen von "mehreren Hunderttausend" geredet hätte. Lugar fragt, warum der Zeuge dies wusste, wenn er keine Belege gesehen hätte.

Keine Belege gesehen
Er hätte keine Belege über die Zahlungen gesehen, so Kandler. Auf die mehrere hundert Tausend Euro sei er durch den Verlust gekommen.

Beratungsleistung an WBG
Er habe im Firmenbuch über die Firme WBG recherchiert, so Kandler. Er hätte dann entdeckt, dass die Ehefrau von Kulterer als Eigentümer im Firmenbuch steht. Deswegen haber er den Verdacht gehabt, dass Kulterer dahinter steckt. Gewusst hätte e er es aber nicht, so der Zeuge. Der Verdacht hätte sich aber nicht erhärtet. Heute wisse er, dass WBG für Wolfgang (Kulterer), Brigitte (Kulterer) und Gerhard (Prasser), ein Freund des Hypochefs stehe.

Wirtschaftsprüfer keine Ermittler
Der Wirtschaftsprüfer habe in so einem Fall nicht den Verdacht zu falsifizieren, so Kandler. Die Wirtschaft würde zusammenbrechen, wenn jeder Verdacht von den Wirtschaftsprüfer nachgegangen wird, so der Zeuge.

WBG und Puris
Seit Sommer 2014 beschäftigt sich die Justiz mit der Causa. Die Geflügelfirma Puris hatte großzügige Kredite von der Hypo erhalten. Puris sei durch Konstrukte in Lichtenstein letztlich in Eigentum von Kulterer gewesen, so der Vorwurf. WBG, wiederum in Eigentum von Kulterers Ehefrau und einem Freund, erhielt großzügige Beratungshonorare. Die Kredite wurden von der Hypo abgeschrieben.

Hable macht weiter
Hable (NEOS) geht auch auf die Causa Puris ein. Er fragt nach Druck von Kulterer. Auf ihn persönlich sei "in keinster Weise" Druck ausgeübt worden, so Kandler. Hable merkt an, dass Kandler seine Vorwürfe danach relativierte.

Scharfe Reaktion wieder relativiert
Kandler bestätigt Hable (NEOS), dass sein Anruf bei der Nationalbank eine "sehr scharfe Reaktion" gewesen sei. Er könne aber nicht sicher sagen, ob er nicht ein paar Tage später die Causa relativiert habe, so der Zeuge weiter.

Erst ab 2009 im Prüfteam
Kandler sagt wieder, dass er erst ab 2009 im Prüfteam war. Davor sei er Riskmanager gewesen.

Hable bohrt weiter nach
Hable (NEOS) will immer mehr Details über das Vorgehen des Zeugens in der Causa Puris hören.

Wieder Münchner Dokument Thema
Matznetter (SPÖ) spricht auch das Dokument von der Staatsanwaltschaft München an. Es geht um einen konkreten Fall, der in diesem Akt auftaucht. Matznetter (SPÖ) fragt nach der Zusammenarbeit mit der Confida im Jahr 2004 und 2005.

Keine Erinnerung über Arbeitsteilung
An die Zuständigkeiten könne er sich nicht mehr erinnern, so der Zeuge über die Arbeitsteilung mit der Confida.

Matznetter kritisiert Vorgehen
Matznetter (SPÖ) fasst das Vorgehen des Zeugens bei der Causa Puris zusammen. Der Abgeordnete lässt durchklingen, dass er Kandler Untätigkeit vorwerfe.

Kein Gespräch nach Telefonat
Matznetter fragt, ob es nach dem Telefonat ein Gespräch mit FMA-Vorstand Ettl gegeben hätte. Das sei ihm nicht erinnerlich, so Kandler.

Kandler geht ins Detail
Matznetter (SPÖ) fragt, ob der Zeuge mit dem Wissen von heute andere Systeme bei der Prüfung angewendet hätte. Kandler geht sehr ins Detail und philosophiert über Kreditbewertungen und Unternehmensbewertungen.

Keine Informationen wegen Bankgeheimnis
Matznetter (SPÖ) spricht die Put-Optionen an, mit denen die Hypo Eigenkapital generiert wurde. Das sei schon juristisch geklärt worden, so Kandler. Aufgrund des strengen Liechtensteiner Bankgeheimnis seien ihm Informationen verwehrt worden, so der Zeuge weiter.

Der Zeuge verlangt eine Pause
Bures spricht eine zehnminütig Pause aus.

Es geht weiter
Rauch (FPÖ) fragt nach einem Warnbrief von 2009 an die FMA. Kandler prüfte die Hypo 2009. In dem Zeitraum wurde die Bank verstaatlicht. In einem Schreiben an die FMA weist Kandler auf Ungereimtheiten in der Bilanz hin.

Probleme vor Verstaatlichung
Problematisch seinen damals die "Erfüllung von Verpflichtungen und die Werthaltigkeit der Wertgegenstände" gewesen, so Kandler. Wenn es nicht zu den Maßnahmen im Dezember 2009 (Verstaatlichung) gekommen wäre, sei der Fortbestand der Bank unwahrscheinlich gewesen, so der Zeuge.

Differenzen beim Kapitalbedarf
Rauch (FPÖ) legt einen Akt vor. Es handelt sich um einen unbeschränkten Bestätigungsvermerk von Kandler. Darin wird auf ein Kapitalbedarf von 600 Mio. Euro hingewiesen. In einem Warnbrief, der einen Monat davor geschrieben wurde, sei noch von einem Bedarf von mindestens 1 Mrd. Euro die Rede gewesen.

Milliarde war nur Schätzung
Die Milliarde sei eine Schätzung gewesen, so Kandler.

Bayern zogen Geld ab
Rauch (FPÖ) fragt, ob die Bayern nach der Verstaatlichung Geld abgezogen hätten. Kandler bestätigt das.

Obernosterer macht weiter
Obernosterer (ÖVP) geht auf den Beschluss des Kärntner Landtags über die uneingeschränkte Haftung ein. Das habe dazu geführt, dass die Hypo leichter expandieren konnte, so Kandler.

Kandler bezweifelt Haiders Kompetenz
Haiders Erfahrungen und Kenntnisse über die Führung einer Bank sei beschränkt gewesen, so Kandler über die Einflussnahme des damaligen Landeshauptmann.

Lugar hat noch eine halbe Minute
Lugar (Team Stronach) thematisiert die Causa Birnbacher. Deloitte habe den Auftrag bekommen das Birnbacher-Honorar zu plausibilisieren, so der Zeuge. Das reduzierte Honorar sei zulässig, falls die Leistungen tatsächlich erbracht worden sind, so Kandler weiter.

Schnelles Wachstum erschwerte Prüfung
Podgorschek (FPÖ) fragt, warum Deloitte die Haftungen nie kritisiert habe. Sie hätten das Geschäftsmodell als Ganzes kritisiert, so Kandler. Sie seien aber "durch das schnelle Wachstum der Hypo immer nachgehängt".

Podgorschek im Konflikt mit Tamandl
Podgorschek (FPÖ) erzählt über Vorgänge in der Oberösterreichischen Hypothekenbank. Auch dort sehe er politische Einflussnahme, so der Abgeordnete. Tamandl (ÖVP) widerspricht und sieht große Unterschiede zur Hypo Alpe Adria.

Interne Revision bekam wichtige Berichte
Tamandl (ÖVP) fragt, ob auch die Interne Revision alle Prüfberichte zu Verfügung gehabt hatte. Alle wesentlichen Prüfberichter seien geliefert worden, so Kandler. Die Arbeitsunterlagen für die Abschlussarbeit seien ihr aber nicht zu Verfügung gestanden.

PWC hatte nie geprüft
Tamandl (ÖVP) fragt nach der Übernahme der Prüfungen von PWC. 2009 hätte der Wirtschaftsprüfer der Bayern LB, PWC die Prüfung der Hypo übernehmen sollen. Geprüft habe PWC aber nie, so Kandler. Nach der Verstaatlichung übernahm Ernst & Young, um die Verbindung zur Bayern LB zu kappen, so der Zeuge weiter.

Zugang für Prüfer verbessert
Lichtenecker (Die Grünen) geht auf den Jahresabschluss 2005 zurück. Dieser wurde von Deloitte gemeinsam mit Confida erstellt. Die Abgeordnete will wissen, ob die damals geforderten Maßnahmen von der Hypo erfüllt worden sind. Konkret könne er sagen, dass etwa der Zugang der Prüfer zum EDV-System sich sehr verbessert hatte, so der Zeuge.

Birnbacherhonorar Thema
Lugar (Team Stronach) geht wieder auf die Causa Birnbacher ein. Er legt ein Dokument über "Bedenken des Zeugens gegenüber Berufskollegen" aufgrund der Prüfung des Birnbacherhonorars.

Doch Skepsis über Auftrag?
Er hätte Bedenken gehabt, da gerade zu jener Zeit Änderungen bei den Regeln der Kammer schlagend wurden, so der Zeuge. Das seine berufsrechtliche Bedenken gewesen. Sie seien aber zum Schluss gekommen, dass der Auftrag unbedenklich wäre, so der Zeuge weiter.

Diskussion über Zeitpunkt
Jetzt wird diskutiert, ab wann Kandler gewusst hätte, dass das Gutachten Birnbacher betreffe. Krainer (SPÖ) mischt sich ein.

Bures schließt die Fragerunde
Obwohl es noch Fragen gibt erklärt Bures die Befragung für beendet. Die Befragungszeit ist überschritten. Es geht um 15:15 weiter.

Es geht weiter
Bures nimmt die Sitzung wieder auf.

Der neue Zeuge nimmt Platz
Peter Mayerhofer war Abteilungsleiter für Bankenanalyse und -revision bei der OeNB. 2003 ging er in Pension. Er war Prüfungsleiter des OeNB Prüfberichts 2002.

Pilgermaier beginnt...
... mit der Rechtsbelehrung. Einige Abgeordnete äußerten sich in der Pause, dass die Befragung nur kurz andauern werde. Grund sei die frühe Pensionierung des Zeugen. Mayerhofer könne nur über den Prüfbericht 2002 Auskunft geben.

Mayerhofer beginnt mit einer Stellungnahme
Er sei bis zu seiner Pensionierung 20 Jahre lang Abteilungsleiter in einem Büro, das sich ausschließlich mit dem Bankwesen beschäftigt hatte, erzählt Mayerhofer. Die Risikoentwicklung bei er Hypo sei parallel zu anderen Institut gelaufen, so der Zeuge weiter.

Keine Erinnerung an Prüfauftrag
Pilgermair fragt, wer den damaligen Prüfauftrag erteilt hat. Mayerhofer kann sich nicht erinnern.

General Partners wird Thema
Pilgermair fragt nach General Partners. Die Hypo war damals Hauptaktionär bei GP. Mayerhofer sagt, dass GP nicht vom Prüfauftrag erfasst gewesen sei. GP schlitterte im September 2001 in Konkurs.

Pilgermair hilft Erinnerung auf die Sprünge
Pilgermair zeigt den Prüfbericht. Ein ganzes Kapitel sei dort der GP gewidmet. Vielleicht komme jetzt die Erinnerung zurück, so der Verfahrensrichter zum Zeugen.

Bestellte Prüfung?
Es gibt den Vorwurf, dass die Prüfung der GP von der Hypo bestellt wurde.

Zeuge war auf Urlaub
Mayerhofer hätte schon vor Wochen im Untersuchungsausschuss aussagen sollen. Damals war der Pensionist aber auf Urlaub.

Keine Erinnerung
Mayerhofer beharrt darauf, dass er sich an die Prüfung von General Partners nicht erinnern könne.

Jank eröffnet Fragerunde
Auch Jank (ÖVP) fragt nach der angeblich bestellten Prüfung. Er wundere sich über dieses Schreiben, so Mayerhofer. Es verstehe nicht, dass eine Bank sagt: Bitte prüft´s mich!

Nachfragen zum Prüfbericht
Jank (ÖVP) legt ein Schriftstück vor. Sie wolle einige Nachfragen zu dem Prüfbericht stellen.

Verzögerte Aktenlieferung
Jank (ÖVP) fragt nach der Ursache einer Verzögerung bei einer Aktenlieferung. Mayerhofer kann dazu auch nichts sagen. Sie hätten nur festgestellt, dass die Akten gefehlt haben, so der Zeuge.

Höherer Eigenmittelbedarf
Jank (ÖVP) fragt nach der damaligen Eigenmittelausstattung der Hypo. Zum damaligen Zeitpunkt sei es aufgrund der Expansion zu einem höheren Eigenmittelbedarf gekommen, antwortet Mayerhofer. Jank erwähnt die Grazer Wechselseitige. Mayerhofer sagt nicht zu dem Thema.

"Eifersüchteleien" in Bankenaufsicht
Jank (ÖVP) fragt nach der Zusammenarbeit der Bankenaufsicht. Diese sei sehr unterschiedlich gelaufen, so der Zeuge. Es hätte auch "Eifersüchteleien" gegeben.

Schwachpunkte der Bankenprüfung
Jank (ÖVP) fragt nach Schwachpunkte der Bankenprüfung. Sie hätten keinerlei Möglichkeiten gehabt im Ausland zu prüfen, so der Zeuge. Außerdem hätten sich die Wirtschaftsprüfer hinter dem Bankgeheimnis zurückgezogen.

Kulterer wollte Mayerhofer als Berater
Kulterer hätte gefragt, ob er nicht eine Beratertätigkeit nach der Pensionierung übernehmen wolle, so Mayerhofer zu Lichtenecker (Die Grünen). Mayerhofer nahm das Angebot aber nicht an.

Consultants wird Thema
Lichtenecker (Die Grünen) geht zurück auf den Prüfbericht für das Jahr 2001. Die Abgeordnete fragt nach Erinnerungen an die Conultants. Die Consultant sei anscheinend ein Konstrukt gewesen, um risikoreiche Kredite auszulagern, so Mayerhofer sinngemäß.

Baustellen wurden größer
Lichtenecker (Die Grünen) fragt jetzt nach einem Bericht aus dem Jahr 1997. Ob die Baustellen immer gleich geblieben sind, will Lichtencker wissen. Man habe sich immer bemüht, die Baustellen zu schließen, so Mayerhofer. Leider seien sie aber immer größer geworden.

"Generaldirektor" Kulterer
Schenk (Team Stronach) fragt nach Kulterer. Kulterer sei die Nummer Eins der Bank gewesen, so Mayerhofer. Haider hätte ihn mal Generaldirektor genannt.

Ein Dokument wird vorgelesen
Schenk (Team Stronach) liest aus einem Dokument vor. Mayerhofer kann nichts dazu beitragen.

Hable ohne Fragen
Hable (NEOS) verzichtet auf Fragen.

Landeshaftungen nicht im Prüfauftrag
Greiner (SPÖ) spricht die Landeshaftungen an. In dem Bericht des Zeugen aus dem Jahr 2002 seien die Landeshaftungen noch erwähnt worden. Spätere Berichte würden sie nicht mehr umfassen, so Greiner. Haftungen seinen nicht vom Prüfauftrag erfasst, so der Zeuge. Er habe sie damals aus eigenem Antrieb erwähnt.

Hypo konnte nicht mehr mithalten
Seine Gruppe sei sehr gut aufgestellt gewesen, so der Zeuge. Die Hypo selber habe mit den neuen Finanzprodukten nicht mehr mithalten können, so Mayerhofer weiter.

Am Anfang stand das Leasinggeschäft
Das Ursprungskonzept der Hypo im Osten und Süden sei das Leasinggeschäft gewesen, so der Zeuge. Bei Leasinggeschäfte bleibe das Eigentum bei der Bank. Erst nachdem die Leute die Raten nicht zahlen konnten, sei ihnen Kredite gewährt worden, so Mayerhofer weiter.

Podgorschek ist an der Reihe
Podgorschek (FPÖ) sieht die Haftungen nicht im Mittelpunkt der Problematik. Damals hätte man geglaubt, dass die Haftungen nur bei Konkurs schlagend werden, so der Abgeordnete. Heute habe man dazu eine ganz andere Rechtsmeinung.

Angebot nach Prüfung
Lichtencker (Die Grünen) thematisiert wieder Kulterer. Er habe keinen persönlichen Bezug zu Kulterer gehabt, sagt Mayerhofer. Das Angebot für eine Beratertätigkeit hätte er direkt nach seiner Prüfungstätigkeit bekommen.

Es liegen keine Wortmeldungen vor
Wie erwartet war die Befragung des zweiten Zeugen kurz. Ich wünsche allen noch einen schönen Nachmittag und bis nächster Woche.

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